
BALLERHANDBALL-CUP
28.05.2026Ingolstadt. Was für ein Start in die Deutsche Meisterschaft der U15-Junioren auf dem Kleinfeld: Floorball Griedel gewinnt alle drei Vorrundenspiele, sichert sich mit 6:0 Punkten souverän den Gruppensieg und steht verdient im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft. Noch nie zuvor gelang einer Griedeler Nachwuchsmannschaft ein derart erfolgreicher Auftakt bei einer DM-Endrunde. Mit Siegen gegen den TV Schriesheim, den SC DHfK Leipzig und TV Eiche Horn Bremen setzte das Team von Headcoach Olof Dandanelle am ersten Turniertag ein deutliches Ausrufezeichen.
Dominanter Auftaktsieg gegen Schriesheim
Zum Turnierstart wartete mit dem TV Schriesheim direkt ein unangenehmer Gegner. Das Ergebnis von 6:1 fiel am Ende deutlich aus, spiegelte die Kräfteverhältnisse auf dem Feld jedoch noch nicht einmal vollständig wider. Bereits in der ersten Halbzeit kontrollierte Floorball Griedel Ball und Spielgeschehen nahezu durchgehend, ließ den Ball geduldig laufen und verzichtete auf überhastete Abschlüsse. Trotzdem stand es zur Pause „nur“ 3:0.
Die Defensive präsentierte sich von Beginn an hochkonzentriert. Torhüter Manolo Berg zeigte mehrere starke Paraden, fing sogar hohe Bälle sicher aus der Luft und gab seiner Mannschaft jederzeit Stabilität und Ruhe.
Für den Höhepunkt des Spiels sorgte Noah Hörschelmann kurz nach der Pause. Sein Treffer zum 4:0 war ein echter Geniestreich: Ein sensationeller Fernschuss aus der eigenen Hälfte schlug im Schriesheimer Tor ein und sorgte für staunende Gesichter auf den Rängen. Weitere Treffer von Jonas Halbe und Maximilian Fritschle machten den ungefährdeten 6:1-Erfolg perfekt.
Neben den Torschützen überzeugte die gesamte Mannschaft durch ihre Geschlossenheit. Jaxon Richter setzte immer wieder offensive Akzente und bereitete Chancen vor, während Luca Rößler das Spiel klug lenkte. Piet Sender, Sina Hög, Tim Nern und Lauritz Kur brachten wichtige Entlastung in den Wechseln, hielten das Tempo hoch und sorgten dafür, dass die Intensität auch über alle Reihen hinweg konstant blieb. Gerade bei einer Deutschen Meisterschaft mit drei Spielen an einem Tag ist diese Breite im Kader ein entscheidender Faktor.
Offensivspektakel gegen Leipzig
Im zweiten Gruppenspiel wartete mit dem SC DHfK Leipzig ein traditionell starker Vertreter aus dem Osten Deutschlands. Die Partie begann furios. Zwar ging Griedel durch Noah Hörschelmann und Luca Rößler früh mit 2:0 in Führung, doch Leipzig glich innerhalb kurzer Zeit wieder aus.
In dieser Phase hielt Torhüter Leopold Dechert seine Mannschaft mit mehreren starken Paraden im Spiel und verhinderte weitere Gegentreffer. Die Mannschaft ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen und übernahm zunehmend die Kontrolle.
Besonders sehenswert war das Tor zum 5:2: Luca Rößler kündigte seinen Fernschuss regelrecht an – und versenkte den Ball trotzdem unhaltbar im Leipziger Tor. Wenig später sorgte Jaxon Richter für das nächste Highlight, als er sich in einem starken Solo über das halbe Spielfeld durchtankte und zum 6:2 abschloss.
Doch Leipzig gab sich nicht geschlagen. Direkt nach Wiederbeginn überraschte der Gegner mit einem zusätzlichen Feldspieler und agierte ohne Torhüter. Die riskante Taktik brachte zunächst Erfolg: Innerhalb weniger Sekunden verkürzte Leipzig auf 3:6 und 4:6.
Beim dritten Versuch hatte Griedel jedoch die passende Antwort. Luca Rößler traf zum 7:4 und stoppte die Leipziger Aufholjagd. Maximilian Fritschle setzte mit seinem Treffer zum 8:5 ein wichtiges Zeichen in einer Phase, in der Leipzig wieder Druck aufbauen wollte. Kurz darauf belohnte sich auch Piet Sender mit seinem Treffer zum 9:5 und unterstrich die offensive Variabilität der Mannschaft.
In der Schlussphase bewies das Team erneut Charakter. Noah Hörschelmann rettete bei leerem Griedeler Tor mit einer spektakulären Knieabwehr und hielt damit die Führung fest. Tim Nern, Sina Hög und Lauritz Kur arbeiteten konsequent gegen den Ball, gewannen wichtige Zweikämpfe und halfen dabei, die Leipziger Angriffswellen immer wieder zu unterbrechen. Am Ende stand ein verdienter 11:8-Erfolg gegen einen der spielstärksten Gegner des Turniers.
Später Krimi gegen Eiche Horn Bremen
Nach zwei Siegen war die Ausgangslage klar: Mit einem weiteren Erfolg sollte der Gruppensieg perfekt gemacht werden. Allerdings begann die Partie gegen TV Eiche Horn Bremen unter schwierigen Bedingungen. Durch Verzögerungen im Turnierablauf erfolgte der Anpfiff erst rund eine Stunde später als ursprünglich geplant.
Trotz zahlreicher Chancen wollte der erste Treffer lange nicht fallen. Immer wieder scheiterten die Griedeler Angreifer am starken Bremer Torhüter. Erst nach etwas mehr als sieben Minuten erlöste Jonas Halbe sein Team mit dem 1:0.
Nach dem Seitenwechsel startete Griedel hellwach. Luca Rößler traf innerhalb von nur 75 Sekunden gleich doppelt zum 4:2 und 5:2, ehe Jonas Halbe sogar auf 6:2 erhöhte. Die Partie schien entschieden.
Doch Bremen kämpfte sich eindrucksvoll zurück. Innerhalb weniger Sekunden verkürzten die Norddeutschen auf 6:5. Die Konzentration ließ nach, die letzten Körner eines langen Turniertages wurden sichtbar. Headcoach Olof Dandanelle reagierte mit einer Auszeit genau zum richtigen Zeitpunkt.
Die Antwort folgte prompt: Kapitän Jonas Halbe übernahm Verantwortung und erzielte das wichtige 7:5. Nur fünf Sekunden später legte Luca Rößler nach. Auch als Bremen später noch einmal bis auf 8:7 herankam, behielt Griedel die Nerven. Weitere Treffer von Luca Rößler und Noah Hörschelmann sorgten schließlich für den verdienten 10:7-Endstand und den perfekten Vorrundenabschluss.
Gerade im dritten Spiel des Tages zeigte sich die Bedeutung des gesamten Kaders. Während die erste Reihe um Jonas Halbe, Luca Rößler und Jaxon Richter offensiv voranging, sorgten Maximilian Fritschle, Piet Sender, Sina Hög, Tim Nern und Lauritz Kur mit wichtigen Wechseln, Laufarbeit und konsequenter Defensivarbeit dafür, dass Bremen trotz seiner Aufholjagd nie komplett die Kontrolle übernehmen konnte.
Ein Team als Schlüssel zum Erfolg
Der perfekte Vorrundentag war vor allem das Ergebnis einer außergewöhnlichen Mannschaftsleistung. Während Luca Rößler, Jonas Halbe, Jaxon Richter, Noah Hörschelmann, Maximilian Fritschle und Piet Sender wichtige Tore erzielten, leisteten auch Sina Hög, Tim Nern und Lauritz Kur wertvolle Arbeit in den Wechselreihen und sorgten dafür, dass das hohe Tempo über den gesamten Tag gehalten werden konnte.
Im Tor präsentierten sich sowohl Leopold Dechert als auch Manolo Berg in starker Form. Beide Keeper waren in ihren Einsätzen stets zur Stelle und gaben der Mannschaft die nötige Sicherheit. Genau diese mannschaftliche Breite könnte im weiteren Turnierverlauf zu einem entscheidenden Faktor werden.
Halbfinale gegen alten Bekannten
Mit drei Siegen aus drei Spielen und dem verdienten Gruppensieg wartet nun heute um 10:15 Uhr das Halbfinale gegen die Dümptener Füchse. Beide Teams trafen bereits in der Qualifikation aufeinander und kennen die Stärken und Schwächen des jeweils anderen sehr genau. Entsprechend dürfte ein intensives und taktisch anspruchsvolles Duell bevorstehen.
Im möglichen Finale könnte mit den PSV Black Wolves Dessau einer der erfolgreichsten Nachwuchsstandorte Deutschlands warten. Die Sachsen-Anhalter gehören seit Jahren zur nationalen Spitze und verfügen über eine hervorragende Nachwuchsarbeit mit regelmäßigen Endrundenteilnahmen und Meisterschaftserfolgen.
Headcoach Olof Dandanelle
„Wir können mit dem ersten Turniertag sehr zufrieden sein. Die Mannschaft hat in allen drei Spielen Charakter gezeigt und immer wieder Lösungen gefunden. Besonders freut mich, dass wir nicht nur kämpferisch überzeugt haben, sondern auch viele spielerisch starke Momente hatten. Entscheidend war, dass jeder einzelne Spieler und jede Spielerin seinen Beitrag geleistet hat. Genau diese Geschlossenheit macht uns aktuell stark.
Jetzt beginnt aber ein neues Turnier. Im Halbfinale gegen Dümpten zählt die Vorrunde nicht mehr. Wir müssen von der ersten Minute an konzentriert sein, unsere Chancen konsequent nutzen und als Team auftreten. Wenn uns das gelingt, haben wir die Chance, einen weiteren besonderen Schritt in der Vereinsgeschichte von Floorball Griedel zu gehen.“
Floorball Griedel steht damit nach einem historischen ersten Turniertag im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft – und darf weiter vom ganz großen Wurf träumen.

