
Historischer Auftakt für Floorball Griedel: U15 zieht als Gruppensieger ins DM-Halbfinale ein
31.05.2026Ingolstadt/Butzbach-Griedel. Die U15 von Floorball Griedel hat bei der Deutschen Meisterschaft der Kleinfeld-Junioren 2026 Vereinsgeschichte geschrieben. Nach einer überragenden Vorrunde, einem dramatischen Halbfinale und einem leidenschaftlichen Finale gegen die PSV Black Wolves Dessau sicherte sich die Mannschaft die Deutsche Vizemeisterschaft – und damit zum 2. Mal nach 23/24 einen so großen Erfolg in der jüngeren Vereinsgeschichte auf nationaler Ebene.
Perfekter Auftakt in der Vorrunde
Bereits am ersten Turniertag zeigte die Mannschaft von Headcoach Olof Dandanelle eindrucksvoll, dass sie zu den stärksten Teams Deutschlands gehört.
Gegen den TV Schriesheim gelang ein souveräner 6:1-Erfolg. Das Ergebnis spiegelte dabei die Kräfteverhältnisse nur teilweise wieder. Floorball Griedel dominierte Ballbesitz und Spielkontrolle nahezu durchgehend, agierte konzentriert im Aufbau und vermied überhastete Aktionen. Besonders Torhüter Manolo Berg überzeugte mit starken Paraden und mehreren sicher abgefangenen hohen Bällen. Für einen der Höhepunkte des Spiels sorgte Noah Hörschelmann mit einem sensationellen Fernschuss aus der eigenen Hälfte zum zwischenzeitlichen 4:0.
Im zweiten Gruppenspiel gegen den SC DHfK Leipzig entwickelte sich ein echtes Offensivspektakel. Nach frühem 2:0-Vorsprung musste Griedel zunächst den Ausgleich hinnehmen, ehe Torhüter Leopold Dechert seine Mannschaft mit mehreren starken Paraden stabilisierte. Luca Rößler sorgte mit einem angekündigten, aber dennoch unhaltbaren Fernschuss für das wichtige 5:2. Wenig später tankte sich Jaxon Richter mit einem Solo über das halbe Spielfeld durch und traf zum 6:2. Leipzig versuchte später mit Empty-Net-Taktik zurückzukommen, doch Griedel behielt die Kontrolle und gewann verdient mit 11:8.
Das dritte Gruppenspiel gegen TV Eiche Horn Bremen wurde zur Geduldsprobe. Aufgrund von Verzögerungen begann die Partie erst rund eine Stunde später als geplant. In der mittlerweile extrem aufgeheizten Halle entwickelte sich eine echte Hitzeschlacht. Immer wieder scheiterten die Griedeler Angreifer zunächst am starken Bremer Torhüter. Erst Jonas Halbe erlöste sein Team nach sieben Minuten mit dem 1:0. Nach einem starken Start in die zweite Halbzeit führte Griedel bereits 6:2, ehe Bremen noch einmal gefährlich zurückkam. Eine wichtige Auszeit brachte die notwendige Ruhe zurück ins Spiel. Am Ende stand ein verdienter 10:7-Erfolg und der perfekte Vorrundenabschluss.
Mit drei Siegen aus drei Spielen, 6:0 Punkten und dem Gruppensieg gelang Floorball Griedel der beste Start einer Nachwuchsmannschaft des Vereins bei einer Deutschen Meisterschaft.
Hitze, Ausfälle und Zusammenhalt
Die Bedingungen in Ingolstadt verlangten allen Beteiligten alles ab. Die Temperaturen in der Halle machten jedes Spiel zu einer körperlichen Herausforderung. Physio Andrea Nern unterstützte die Mannschaft zwischen den Wechseln immer wieder mit nassen, kühlen Tüchern im Nacken und half dabei, die Spielerinnen und Spieler durch die enorme Belastung zu bringen.
Vor dem zweiten Turniertag folgte dann der erste personelle Rückschlag. Schon vor dem Turnier musste man auf Lorenzo Rosenthal wegen Krankheit verzichten. Piet Sender musste jetzt ebenfalls krankheitsbedingt vorzeitig abreisen und stand der Mannschaft für die entscheidenden Finalspiele nicht mehr zur Verfügung. Nach dem Halbfinale fiel zudem Sina Hög aus, die das Finale ebenfalls nicht mehr bestreiten konnte.
Halbfinale: Griedel dreht packendes Spiel gegen Dümpten
Im Halbfinale warteten die Dümptener Füchse – ein Gegner, den man bereits aus der Qualifikation kannte. Zum ersten Mal im Turnier geriet Floorball Griedel früh in Rückstand. Dümpten führte zwischenzeitlich mit 4:1 und schien die Kontrolle über die Partie zu übernehmen.
Doch Griedel zeigte enorme Moral. Luca Rößler leitete die Aufholjagd ein, Noah Hörschelmann traf mehrfach und brachte sein Team zurück ins Spiel. Besonders sehenswert war der Spielzug zur ersten Führung, als Jonas Halbe und Noah Hörschelmann perfekt kombinierten und Noah zum 5:4 vollendete.
Kurz vor der Halbzeit kam es dann zu einer kuriosen Szene. Die Hallenuhr fiel aus, die letzte Minute musste von Hand gestoppt werden. Trainer Olof Dandanelle nutzte die Unterbrechung für taktische Anweisungen. Ausgerechnet in dieser Phase kassierte Griedel jedoch noch den Ausgleich zum 5:5.
Die Halbzeitpause verlängerte sich anschließend um rund 30 Minuten, weil zunächst eine neue Uhr organisiert werden musste. Nach Wiederbeginn blieb die Partie intensiv. Einige Ballverluste durch Unachtsamkeit brachten Dümpten immer wieder zurück ins Spiel.
Dann übernahm Kapitän Jonas Halbe Verantwortung. Erst erzielte er das 6:5, dann eroberte er beim 7:5 den Ball selbst, lief alleine auf das Tor zu und traf. Auch das 8:5 erzielte er nahezu im Alleingang. Beim 9:5 prallte der Ball vom Gegner unglücklich ins Tor – erneut mit Jonas als Ausgangspunkt der Aktion.
Dümpten kämpfte sich zwar noch bis auf 9:8 heran, doch Griedel rettete den knappen Vorsprung mit großem Kampfgeist über die Zeit und zog erstmals in ein DM-Finale ein.
Finale gegen Dessau: Aufholjagd eines erschöpften Teams
Im Endspiel warteten die PSV Black Wolves Dessau, einer der erfolgreichsten Nachwuchsstandorte Deutschlands.
Die personelle Situation war inzwischen extrem schwierig geworden. Durch die Ausfälle von Piet Sender und Sina Hög verfügte Griedel praktisch nur noch über eine volle Reihe. Im zweiten Block standen lediglich zwei Feldspieler zur Verfügung, die diese Geschwindigkeit mitgehen konnten. So musste ständig umgestellt und gewechselt werden. Dessau konnte dagegen mit drei kompletten Reihen agieren.
Die Black Wolves nutzten Griedeler Fehler konsequent aus und erspielten sich bis zur Pause eine 6:2-Führung. Zwar traf Noah Hörschelmann früh zum zwischenzeitlichen 1:1, später verkürzte Jonas Halbe noch auf 4:2, doch Dessau zeigte seine ganze Qualität. Gleichzeitig hielt Torhüter Manolo Berg seine Mannschaft mit mehreren Glanzparaden und spektakulären Saves im Spiel und verhinderte eine noch deutlichere Führung.
Nach der Pause startete Floorball Griedel jedoch eine unglaubliche Aufholjagd. Jaxon Richter traf direkt zum 6:3, Jonas Halbe nur Sekunden später zum 6:4. Dann schlug Noah Hörschelmann doppelt zu und stellte tatsächlich auf 6:6.
Die Partie wurde nun zu einem offenen Schlagabtausch. Dessau ging erneut in Führung, Jonas Halbe glich zum 7:7 aus. Selbst nach dem 9:7-Rückstand gab Griedel nicht auf. Jaxon Richter verkürzte auf 9:8, ehe Jonas Halbe mit seinem Treffer zum 9:9 die Halle erneut zum Beben brachte.
Die Sensation lag in der Luft. Doch trotz aller Leidenschaft wollte der Führungstreffer nicht mehr gelingen. Dessau nutzte seine Chancen konsequent, traf zum 10:9 und schließlich ins leere Griedeler Tor zum 11:9-Endstand.
Vizemeisterschaft als Gemeinschaftsleistung
Auch wenn die Enttäuschung unmittelbar nach dem Finale verständlicherweise groß war, überwog wenig später der Stolz über eine außergewöhnliche Leistung.
Jonas Halbe führte die Mannschaft über das gesamte Wochenende mit enormer Präsenz, wichtigen Toren und großem Einsatz. Noah Hörschelmann überzeugte als offensiver Schlüsselspieler und wurde im Finale als wertvollster Spieler von Floorball Griedel ausgezeichnet. Luca Rößler lenkte das Spiel mit Übersicht und wichtigen Treffern, während Jaxon Richter immer wieder Tempo, Kreativität und wichtige Tore einbrachte.
Maximilian Fritschle arbeitete unermüdlich für das Team und übernahm wichtige Aufgaben in einer immer schwieriger werdenden Personalsituation. Piet Sender und Sina Hög waren trotz ihrer späteren Ausfälle ein wichtiger Bestandteil des erfolgreichen DM-Wochenendes und trugen ihren Anteil zum Einzug ins Finale bei.
Im Tor überzeugten sowohl Leopold Dechert als auch Manolo Berg mit starken Leistungen. Besonders Manolo hielt Griedel im Finale mit mehreren Glanzparaden bis in die Schlussminuten hinein im Spiel.
Neben der Vizemeisterschaft durfte sich Floorball Griedel zudem über besondere Einzelehrungen freuen. Jonas Halbe und Noah Hörschelmann wurden für ihre herausragenden Leistungen im Turnierverlauf ausgezeichnet.
Headcoach Olof Dandanelle
„Dieses Wochenende war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Sportlich haben wir uns mit den besten Teams Deutschlands gemessen, aber noch beeindruckender war für mich die Art und Weise, wie die Mannschaft mit allen Herausforderungen umgegangen ist.
Wir hatten enorme Hitze in der Halle, lange Verzögerungen, Ausfälle wichtiger Spielerinnen und Spieler und im Finale praktisch keine Wechselmöglichkeiten mehr. Trotzdem hat das Team nie aufgegeben. Gerade die Aufholjagd gegen Dessau zeigt, welchen Charakter diese Mannschaft besitzt.
Besonders stolz macht mich, wie geschlossen die Gruppe aufgetreten ist. Jeder hat Verantwortung übernommen, jeder hat für den anderen gearbeitet und jeder hat seinen Beitrag geleistet. Genau dieser Zusammenhalt hat uns bis ins Finale getragen.
Natürlich tut eine Niederlage im Endspiel zunächst weh. Aber wenn wir in ein paar Tagen auf dieses Wochenende zurückblicken, werden wir erkennen, was wir erreicht haben. Deutscher Vizemeister zu werden, ist ein riesiger Erfolg für die Mannschaft, für den Verein und für die gesamte Nachwuchsarbeit in Griedel.“
Dank an die Menschen hinter dem Erfolg
Abteilungsleiter Helge Rau richtete nach dem Turnier einen besonderen Dank an alle Menschen rund um die Mannschaft:
„Natürlich sind wir unglaublich stolz auf diese Deutsche Vizemeisterschaft. Aber dieser Erfolg gehört nicht nur den Spielerinnen und Spielern auf dem Feld. Er ist das Ergebnis von jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit vieler Menschen im Hintergrund.
Unser Dank gilt allen Trainern, Betreuern, Helfern, dem Physio-Team, den Eltern, Fans und Unterstützern, die die Mannschaft das ganze Jahr begleiten. Gerade solche Turniere zeigen, wie viel Arbeit täglich in die Entwicklung der Kinder investiert wird. Diese Menschen schaffen die Grundlagen dafür, dass Kinder sportliche und persönliche Erfolge erleben können.
Ein besonderer Dank gilt auch unseren Sponsoren und Partnern. Ohne diese Unterstützung wären solche Projekte, Fahrten und die gesamte Nachwuchsarbeit in dieser Form nicht möglich. Dass ein Verein aus Butzbach heute Deutscher Vizemeister wird und deutschlandweit für Aufmerksamkeit sorgt, ist nur möglich, weil viele Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen und den Verein unterstützen.“
Ein Wochenende für die Vereinsgeschichte
Mit dem Gewinn der Deutschen Vizemeisterschaft hat Floorball Griedel eindrucksvoll bewiesen, dass die Nachwuchsarbeit des Vereins mittlerweile zur nationalen Spitze gehört.
Der Weg über eine perfekte Vorrunde, ein dramatisches Halbfinale und ein leidenschaftliches Finale wird Spielern, Trainern, Eltern und Fans noch lange in Erinnerung bleiben.
Floorball Griedel ist Deutscher Vizemeister 2026 – und ganz Floorball-Butzbach darf stolz auf diese Mannschaft sein.
Für den TSV Griedel spielten im Tor Manolo Berg, Leopold Dechert und Lorenzo Rosenthal (musste krankheitsbedingt absagen) sowie auf dem Feld Jonas Halbe (Kapitän), Luca Rößler, Noah Hoerschelmann, Jaxon Richter, Maximilian Fritschle, Piet Sender, Sina Hög, Tim Nern und Lauritz Kur. Headcoach Olof Dandanelle, Assistant Coaches Markus Flatscher und Dennis Wirl, Goalie Coach Maik Roessler und Physio Andrea Nern.

