
Griedeler U17 steht nach starker Gruppenphase im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft
05.07.2026Wenn sich die besten acht U17-Mannschaften Deutschlands treffen, geht es um den höchsten Titel, den der deutsche Floorball-Nachwuchs auf dem Kleinfeld vergeben kann. In Berlin trafen traditionsreiche Leistungszentren, Bundesliga-Nachwuchsprogramme und deutsche Topvereine aufeinander. Mittendrin: Floorball Griedel. Der Verein aus der Wetterau, der mit einem gemischten Team aus U17- und U15-Spielern antrat, trotzte den großen Namen des deutschen Floorballs und kehrte nach einem emotionalen Wochenende mit der Bronzemedaille von der Deutschen Meisterschaft zurück. Der 8:7-Erfolg gegen den traditionsreichen MFBC Leipzig aus einer der bedeutendsten Floorball-Hochburgen Deutschlands krönte eine beeindruckende Vorstellung auf nationaler Bühne.
Schon der Auftakt gegen den süddeutschen Meister SV Amendingen Stadtbach Piranhas machte deutlich, welches Niveau die Deutsche Meisterschaft bereithielt. Nach nur 75 Sekunden lag Griedel zurück, doch Yorrick Rau antwortete keine halbe Minute später mit dem Ausgleich. In der temporeichen Partie gerieten die Mittelhessen mehrfach ins Hintertreffen, ehe Emil Sender zunächst zum 2:2 und später zum 4:4 traf. Nur neun Sekunden nach diesem Ausgleich brachte Jaxon Richter sein Team erstmals in Führung. Amendingen blieb bis zum 9:8 gefährlich, doch Richter, Julian Bohne und Rau sorgten mit ihren Treffern in der Schlussphase für den verdienten 12:8-Erfolg. Überschattet wurde der Auftakt allerdings von der Verletzung Senders, der sich am Knie verletzte und die beiden verbleibenden Gruppenspiele aussetzen musste.
Trotz dieses Rückschlags präsentierte sich Griedel gegen den TSC Wellingsbüttel in beeindruckender Verfassung. Beim deutlichen 18:6-Erfolg zeigte sich die Qualität des gesamten Kaders. Rau führte das Team mit sieben Treffern an, Jonas Halbe glänzte als Spielgestalter mit zwei Toren und vier Vorlagen, Julian Bohne steuerte drei Treffer bei, Ben Fischer traf doppelt. Auch Luca Rößler und Vincent Montagna reihten sich in die Torschützenliste ein, während Noah Hörschelmann mit mehreren Vorlagen das schnelle Umschaltspiel immer wieder einleitete. Tim Nern bereitete einen Treffer vor, Maximilian Fritschle brachte wichtige Stabilität in seinen Einsatzzeiten. Im Tor begann Ruben Wagner sicher und abgeklärt, ehe Manolo Berg in den letzten zehn Minuten Spielpraxis erhielt – ein Zeichen dafür, dass das Trainerteam allen Spielern Verantwortung übertrug.
Es folgte das Duell mit dem SC DHfK Leipzig. Der Traditionsverein, dessen Mutterverein bundesweit durch seine Handball-Bundesligamannschaft bekannt ist und dessen Floorball-Abteilung zu den besten Ausbildungsstandorten Deutschlands zählt, gewann später den deutschen Meistertitel. Lange entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Erst kurz vor der Pause ging Leipzig in Führung. Als Jonas Halbe nach Vorlage von Ben Fischer und wenig später Yorrick Rau nach Zuspiel von Julian Bohne auf 2:3 verkürzten, war die Partie wieder völlig offen. Weil der Halbfinaleinzug bereits feststand, entschied sich das Trainerteam jedoch bewusst, die Belastung zu steuern und allen Spielern Einsatzzeiten zu geben. Leipzig nutzte die Schlussphase konsequent und setzte sich mit 6:2 durch. Als Gruppenzweiter zog Griedel dennoch verdient ins Halbfinale ein.
Dort warteten die SSF Dragons Bonn – seit Jahren eine der stärksten Nachwuchsadressen des deutschen Floorballs. Die Rheinländer erwischten einen Traumstart und gingen bereits nach 25 Sekunden in Führung. Richter glich zwar nach Vorlage des wieder einsatzfähigen Emil Sender früh aus, doch Bonn nutzte jede Unachtsamkeit konsequent. Besonders bitter verlief die Schlussphase der ersten Halbzeit, als zwei Gegentreffer innerhalb weniger Sekunden den Rückstand auf 1:4 anwachsen ließen. Nach dem Seitenwechsel verkürzte Sender auf 2:5 und später nach Vorarbeit von Rau auf 3:7, ehe Halbe nur 31 Sekunden danach nach Senders Zuspiel das 4:7 erzielte. Beim Stand von 2:7 nahm Griedel in der neunten Minute des zweiten Durchgangs eine Auszeit und setzte anschließend konsequent auf Risiko. Immer wieder ersetzte das Trainerteam den Torhüter durch einen vierten Feldspieler, um mit Überzahl im Angriff mehr Druck auf die kompakte Bonner Defensive auszuüben. Die Maßnahme zeigte zunächst Wirkung: Innerhalb weniger Sekunden gelangen die beiden schnellen Treffer zum 3:7 und 4:7, wodurch die Hoffnung auf eine Aufholjagd zurückkehrte. Bonn blieb jedoch beeindruckend abgeklärt, verteidigte diszipliniert und nutzte die sich durch das Empty-Net-Spiel bietenden Räume eiskalt aus. Mit Treffern ins verwaiste Griedeler Tor machten die Dragons schließlich den 10:4-Erfolg perfekt.
Wer nach dieser Enttäuschung einen Einbruch erwartet hatte, wurde im Spiel um Platz drei eines Besseren belehrt. Erneut musste Griedel einem Rückstand hinterherlaufen. Der traditionsreiche MFBC Leipzig aus einer der bedeutendsten Floorball-Hochburgen Deutschlands führte früh mit 2:0 und später 3:1, doch Halbe, Richter und Sender antworteten mit beeindruckender Moral. Nach dem 4:5-Pausenstand drehte Griedel die Partie innerhalb von nur 42 Sekunden: Richter vollendete eine Kombination über Halbe zum Ausgleich, unmittelbar danach traf Rau zur ersten Führung. Als Rau nach Vorarbeit von Bohne sogar auf 7:5 erhöhte, schien das Spiel zu kippen. Doch Leipzig glich erneut aus. Die Entscheidung fiel schließlich in der 34. Minute: Sender setzte sich im richtigen Moment durch und erzielte das viel umjubelte 8:7. In den verbleibenden Minuten warfen die Sachsen noch einmal alles nach vorne, doch Ruben Wagner wuchs im Griedeler Tor über sich hinaus, entschärfte mehrere hochkarätige Abschlüsse und hielt die Bronzemedaille mit starken Paraden fest. Die mitgereisten Griedeler Fans verwandelten die Berliner Halle in dieser Schlussphase beinahe in ein Heimspiel und feierten ihre Mannschaft nach der Schlusssirene ausgelassen.
Headcoach Oliver Brücher zog ein entsprechend stolzes Fazit: „Wir sind mit einer sehr jungen Mannschaft nach Berlin gefahren. Viele unserer U15-Spieler mussten auf höchstem Niveau Verantwortung übernehmen und haben das hervorragend gemacht. Nach der Enttäuschung im Halbfinale noch einmal so zurückzukommen und Bronze zu holen, zeigt den außergewöhnlichen Charakter dieser Mannschaft. Jeder einzelne Spieler hat seinen Beitrag geleistet.“
Gemeinsam mit Assistant Coach Olof Dandanelle, Goalie Coach Maik Rößler und Physio Andrea Nern formte Brücher ein Team, das eindrucksvoll bewies, dass Leidenschaft, Zusammenhalt und eine hervorragende Nachwuchsarbeit auch gegen die großen Leistungszentren des deutschen Floorballs bestehen können. Jeder Spieler trug seinen Teil zu diesem Erfolg bei: Die Offensivkräfte um Rau, Halbe, Richter und Sender sorgten für Torgefahr, Bohne, Hörschelmann, Fischer, Rößler, Montagna, Tim Nern und Fritschle nutzten ihre Einsatzzeiten mit großem Einsatz und wichtigen Aktionen. Im Tor überzeugten Leopold Dechert, Ruben Wagner und Manolo Berg mit starken Leistungen und gaben der Mannschaft jederzeit Sicherheit. Die Bronzemedaille bei einer Deutschen Meisterschaft gehört damit zu den größten Erfolgen der Vereinsgeschichte von Floorball Griedel.
Für den TSV im Einsatz: im Tor: :Ruben Wagner,, Manolo Berg, und Leopold Dechert sowie Yorrick Rau (14 Tore, 7 Vorlagen, 4 Strafzeiten), Jonas Halbe (6, 8, 0), Jaxon Richter (8, 1, 0), Emil Sender (7, 2, 2), Julian Bohne (4, 4, 2), Noah Hörschelmann (0, 5, 0), Ben Fischer (2, 2, 0), Vincent Montagna (1, 0, 0), Luca Rößler (1, 0, 2), Tim Nern (0, 1, 0), Maximilian Fritschle (0, 0, 0),

