Nach Fehlstart zur DM-Quali: Griedels U17 kämpft sich eindrucksvoll auf Platz zwei

Der Mainzer Goalie geschlagen. Richter trifft in den Winkel.
Drei Spiele, drei Siege: Griedels U15 stürmt mit Tempo und Teamgeist zum Westtitel
26.04.2026
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26.04.2026

Nach Fehlstart zur DM-Quali: Griedels U17 kämpft sich eindrucksvoll auf Platz zwei

Selten, aber Ruben Wagner musste beim Penalty hinter sich greifen.

Der Auftakt missglückt, dann eine deutliche Reaktion und schließlich ein echtes Offensivspektakel gegen den Favoriten: Floorball Griedel hat bei der Qualifikation zur Westdeutschen Meisterschaft der U17 in Köln ein Wechselbad der Gefühle erlebt und sich am Ende mit zwei Siegen den zweiten Tabellenplatz gesichert.

Dabei begann der Turniertag gegen die SSF Dragons Bonn denkbar schwierig. Emil Sender brachte sein Team früh per Strafschuss nach Vorarbeit von Jonas Halbe mit 1:0 in Führung (4.), doch Bonn nutzte Abstimmungsprobleme im Griedeler Umschaltspiel konsequent aus und drehte die Partie noch vor der Pause auf 1:2. Auch im zweiten Durchgang blieb Griedel zunächst im Hintertreffen. Zwar gelang Yorrick Rau nach feinem Zuspiel von Jaxon Richter der zwischenzeitliche Ausgleich (23.), doch in der Folge setzten die Bonner ihre Abschlüsse im Slot effizienter. Innerhalb weniger Minuten zog Bonn auf 2:4 davon (28.), ehe Griedel mit einem kurzen Zwischenspurt durch Halbe und Sender noch einmal auf 4:4 stellte (29.). In dieser Phase hielten unter anderem Leopold Dechert und Ruben Wagner mit wichtigen Paraden ihre Mannschaft im Spiel, während Spieler wie Maximilian Fritschle, Ben Fischer und Vincent Montagna mit viel Laufarbeit und konsequentem Zweikampfverhalten Stabilität gaben. In der Schlussphase fehlte jedoch die defensive Kompaktheit, sodass Bonn erneut davonzog und das Spiel letztlich mit 8:5 für sich entschied.

Im zweiten Spiel gegen Floorball Mainz zeigte sich ein völlig anderes Bild. Griedel war nun im Turnier angekommen, agierte strukturiert und mit klaren Laufwegen. Früh setzte Jonas Halbe nach einem schnellen Umschaltmoment den Ton (4.), ehe Julian Bohne und Emil Sender mit einem Doppelschlag innerhalb weniger Sekunden auf 3:0 erhöhten (10.). Gerade Spieler wie Noah Hörschelmann und Luca Rößler brachten dabei viel Ruhe und Übersicht ins Aufbauspiel. Besonders prägend war eine Phase kurz vor der Pause: Nachdem Mainz auf 2:4 verkürzt hatte, stellte Hörschelmann nur 13 Sekunden später den alten Abstand wieder her – ein Musterbeispiel für die direkte Antwort im Hallen-Hockeyrhythmus (19.). Auch im zweiten Abschnitt blieb das Spiel intensiv. Mainz kam zwischenzeitlich bis auf 6:7 heran (28.), doch Griedel behielt die Kontrolle. Spieler wie Vincent Montagna und Ben Fischer arbeiteten konsequent gegen den Ball, während Fritschle wichtige Wege schloss. Den Schlusspunkt markierte erneut Sender kurz vor Ende zum 11:7 (40.).

Das abschließende Duell mit dem amtierenden NRW-Meister SG Refrath-TPSK entwickelte sich schließlich zu einem offenen Schlagabtausch mit hohem Tempo und zahlreichen Führungswechseln. Griedel startete furios und lag nach Treffern von Sender und Richter schnell mit 3:0 vorne (6.). Doch Refrath konterte mit druckvollem Spiel über die Linie und glich innerhalb weniger Minuten zum 3:3 aus (10.). In einer hitzigen Phase, geprägt von Zweikämpfen und Strafzeiten, blieb das Spiel ausgeglichen – auch weil Wagner mit mehreren starken Saves gegen Abschlüsse aus dem Slot zur Stelle war und Dechert ebenfalls verlässlich agierte. Bis Jonas Halbe kurz vor der Pause die Führung zurückholte (18.).

Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie zunächst zugunsten von Refrath, die nach einem verwandelten Strafschuss sogar mit 9:7 führten (25.). Doch Griedel antwortete eindrucksvoll: Innerhalb von weniger als zwei Minuten drehten Rau und Bohne das Spiel zurück zum 9:9 (28.). In der entscheidenden Phase übernahm vor allem Emil Sender Verantwortung, bereitete mehrere Treffer vor und setzte Halbe immer wieder im Slot ein. Unterstützt wurde er dabei von der gesamten Formation, in der auch Montagna, Fischer und Fritschle weiterhin viel Defensivarbeit leisteten. Drei Tore in Serie brachten die Vorentscheidung, ehe Rau den Schlusspunkt zum 14:10 setzte (39.).

Ausschlaggebend für den zweiten Tabellenplatz war letztlich die deutliche Leistungssteigerung im Turnierverlauf. Während im ersten Spiel noch Abstimmungsprobleme sichtbar waren, agierte Griedel anschließend deutlich geschlossener. Das schnelle Umschaltspiel, die hohe Laufbereitschaft und die Effizienz im Abschluss – typische Elemente dieser intensiven Hallen-Hockeyvariante – kamen zunehmend zur Geltung. Besonders die Achse Sender, Halbe und Rau prägte das Offensivspiel, während Spieler wie Hörschelmann, Rößler und Richter wichtige Impulse in beide Richtungen setzten.

Abseits des Spielfelds hinterließ die Organisation jedoch einen gemischten Eindruck. Die Verantwortlichen von Floorball Griedel zeigten sich mit den Bedingungen in der Halle unzufrieden. So war die Deckenbeleuchtung lediglich teilweise nutzbar, bei starkem Lichteinfall konnten die Jalousien nicht vollständig geschlossen werden. Ein ausgewiesener Zuschauerbereich fehlte komplett, sodass viele mitgereiste Fans stehen oder sich eigenständig Turnbänke organisieren mussten. Zudem war die Anzeigetafel für Teile des Publikums nicht einsehbar, während lediglich eine einzige Toilette für alle Zuschauer zur Verfügung stand. Gerade die schwierigen Lichtverhältnisse stellten dabei insbesondere die Torhüter vor große Herausforderungen, da schnelle Abschlüsse und abgefälschte Bälle im Slot nur schwer zu erkennen waren und je nach Spielrichtung durchaus einen Einfluss auf den Spielverlauf nehmen konnten.

Mit zwei Siegen aus drei Spielen und 6 Punkten sicherte sich Floorball Griedel Rang zwei hinter Bonn und hielt damit Anschluss an die Spitze. Gleichzeitig bedeutet dieser zweite Platz die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft der U17 (Kleinfeld), die am 4. und 5. Juli 2026 bei den Karower Dachsen ausgetragen wird. Dort trifft Griedel unter anderem auf den SV Amendingen sowie die SG Puchheim/Ingolstadt.

Headcoach Oliver Brücher zeigte sich nach dem Turnier entsprechend zufrieden mit der Entwicklung seiner Mannschaft über den Tag hinweg. Aus dem Umfeld war zu hören, dass er vor allem die Reaktion nach dem Auftaktspiel sowie den mannschaftlichen Zusammenhalt hervorhob und betonte, dass „jeder Spieler seinen Teil zu diesem Erfolg beigetragen hat“.

Die Entwicklung über den Turniertag hinweg dürfte Mut machen – auch mit Blick auf die nationale Bühne, auf der Griedel nun gegen die besten Teams Deutschlands bestehen will.

Für den TSV im Einsatz im Tor: Ruben Wagner und Leopold Dechert sowie Emil Sender (6, 3, 1), Jonas Halbe (5, 3, 1), Yorrick Rau (2, 3, 1), Jaxon Richter (1, 2, 0), Julian Bohne (2, 0, 0), Noah Hörschelmann (1, 0, 0), Luca Rößler (0, 2, 0), Maximilian Fritschle (0, 0, 0), Ben Fischer (0, 0, 0), Vincent Montagna (0, 0, 0)

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