28 Tore und ein Trikot, das Zusammenhalt zeigt

Männer II des TSV Griedel müssen erste Saisonniederlage hinnehmen

28.10.2026

Männer II des TSV Griedel müssen erste Saisonniederlage hinnehmen

28.10.2026

28 Tore und ein Trikot, das Zusammenhalt zeigt

Griedels U17 gewinnt beide Heimspiele deutlich und bleibt Tabellenführer. Neben der Freude über sechs Punkte stehen spielerische Aufgaben – und ein besonderer Gruß an den verletzten Tim Nern.

Butzbach. Manchmal erzählt ein Trikot mehr über eine Mannschaft als ein Ergebnis. Über der Bank von Floorball Griedel hing beim U17-Heimspieltag in der August-Storch-Halle das Jersey des verletzten Tim Nern. Während seine Mitspieler auf dem Feld um Tore und Punkte kämpften, verfolgte er die Übertragung von fbgTV.de am Bildschirm. Die Botschaft seiner Mannschaft erreichte ihn auch dort: Du fehlst uns, aber du gehörst dazu.

Sportlich gab es am 25. Oktober ebenfalls Grund zur Freude. Mit einem 15:4 gegen die Frankfurt Falcons und einem 13:3 gegen den SV Taunusstein-Neuhof sicherte sich Griedel die nächsten sechs Punkte in der Kleinfeld-Hessenliga. Vier Spiele, vier Siege, 64:22 Tore: Die Mannschaft von Headcoach Olof Dandanelle führt die Tabelle an. Doch so eindeutig die Ergebnisse ausfielen, so klar blieb auch der Auftrag für die kommenden Wochen. Für das angestrebte Erreichen der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft muss aus viel individueller Qualität noch häufiger ein verlässliches Zusammenspiel werden.

Gegen Frankfurt benötigten die Gastgeber kaum Anlaufzeit. Nach gerade einmal 1:37 Minuten stand es durch Treffer von Jonas Halbe, Jaxon Richter und Luca Rößler bereits 3:0. Ein Auftakt, der früh Sicherheit gab und die Falcons unmittelbar unter Zugzwang setzte. Griedel hatte die Partie schnell in die eigene Richtung gelenkt, ohne damit schon jede Schwierigkeit aus dem Weg geräumt zu haben.

Frankfurt blieb im Spiel und verkürzte im Verlauf der ersten Hälfte auf 5:2. Gerade in dieser Phase war die Antwort der Gastgeber wichtig. Beim sechsten Griedeler Treffer verbanden sich die Rollen zweier Leistungsträger: Halbe, zuvor selbst zweimal als Torschütze erfolgreich, lieferte diesmal die Vorlage. Noah Hoerschelmann vollendete nach 18:35 Minuten zum 6:2. Vorbereiter und Vollstrecker wechselten ihre Aufgaben – eine Verbindung, von der Griedels Offensive an diesem Tag mehrfach profitierte. Richter setzte noch vor der Pause das 7:2 obendrauf.

Nach dem Seitenwechsel zog Griedel mit sieben Treffern in Folge auf 14:2 davon. Richter fand immer wieder den erfolgreichen Abschluss und erzielte gegen die Falcons insgesamt fünf Tore. Rößler setzte mit drei Vorlagen in der zweiten Hälfte seine Mitspieler in Szene. Auch Luke Reuhl und Ben Fischer trugen sich in die Torschützenliste ein. Frankfurt gelangen noch zwei Treffer, am deutlichen 15:4 änderte sich jedoch nichts mehr.

Auch die beiden Goalies Dechert und Berg hatten ihren Anteil daran, dass aus einzelnen Frankfurter Angriffen keine längere Druckphase entstand.

Gegen Taunusstein-Neuhof folgte am Nachmittag der nächste schnelle Start. Bereits nach 15 Sekunden traf Halbe auf Zuspiel von Ole Theo Könnecke. Gut eine Minute später war dieselbe Verbindung erneut erfolgreich. Griedel bestimmte früh den Spielstand und nahm eine 6:1-Führung mit in die Pause. Halbe hatte bis dahin dreimal getroffen, doch auch Hög, Könnecke und Richter sorgten dafür, dass die Verantwortung für die Tore auf mehreren Schultern lag.

Wie wirkungsvoll das Zusammenspiel sein konnte, zeigte eine kurze Passage in der zweiten Hälfte. Taunusstein-Neuhof hatte gerade auf 9:2 verkürzt, als Richter den Treffer von Halbe zum 10:2 vorbereitete. Nur 28 Sekunden später waren die Rollen vertauscht: Diesmal legte Halbe auf, Richter schloss zum 11:2 ab. Zwei Angriffe, zwei Abschlüsse, derselbe Gedanke – den Mitspieler einzusetzen und gemeinsam die Antwort auf das Gegentor zu geben. Solche Verbindungen braucht Griedel künftig noch beständiger.

Am Ende stand ein 13:3. Halbe brachte es in dieser Begegnung auf fünf Tore und drei Vorlagen, Richter auf vier Treffer und einen Assist. Zusammen erzielten beide über den Spieltag hinweg 18 Tore. Auch die Saisonstatistik unterstreicht ihre Bedeutung: Halbe führt die Scorerliste mit 33 Punkten an, Richter folgt mit 19 auf Rang zwei.

Die Zahlen sprechen für Griedels Torgefahr. Sie erzählen allerdings nicht die ganze Geschichte dieses Heimspieltags. Zu häufig blieb die Mannschaft noch hinter ihren Möglichkeiten zurück, sowohl bei der Qualität einzelner Aktionen als auch im Teamspiel. Der Ball muss schneller laufen, Laufwege und Zuspiele müssen besser ineinandergreifen. Gerade auf dem engen Kleinfeld entscheidet sich unter Druck, ob eine freie Abschlussposition gemeinsam herausgespielt werden kann.

„Wir freuen uns über die beiden Siege und darüber, dass sich viele Spieler eingebracht haben. Aber wir dürfen uns von den Ergebnissen nicht blenden lassen. Wir haben die Qualität, den Ball schneller laufen zu lassen und als Mannschaft bessere Lösungen zu finden. Wenn wir die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft erreichen wollen, müssen wir genau darin konstanter werden.“ so der schwedische Headcoach Olof Dandanelle.

Ein Maßstab dafür ist Floorball Mainz. Der Tabellenzweite hat bislang erst zwei Begegnungen absolviert, beide gewonnen und dabei 37:5 Tore erzielt. Die Mainzer können auf ein hervorragendes Passspiel vertrauen, mit dem sie gegnerische Formationen auseinanderziehen. Für Griedel wird es deshalb darauf ankommen, die eigenen Stärken auch gegen Gegner abzurufen, die weniger Zeit und Raum lassen.

Dass die Mannschaft zusammensteht, zeigte sie bereits an diesem Sonntag. Tim Nern freute sich am Bildschirm über das Trikot über der Bank und die damit verbundene Geste seiner Mitspieler. Dank FbgTV konnte er den erfolgreichen Heimspieltag trotz seiner Verletzung miterleben. Floorball Griedel wünscht ihm eine schnelle Genesung.

Sechs weitere Punkte sind gewonnen, die Tabellenführung ist behauptet. Nun gilt es, den Zusammenhalt auch spielerisch noch stärker sichtbar zu machen: mit schnellen Pässen, abgestimmten Wegen und dem Blick für den Mitspieler. Die Richtung stimmt. Wie weit Griedels U17 in dieser Saison kommen kann, wird sich daran entscheiden, wie konsequent sie diesen Weg gemeinsam weitergeht.

Für den TSV im Einsatz Leopold Dechert und Manolo Berg im Tor sowie Jonas Halbe (9, 4, 0), Jaxon Richter (9, 1, 0), Luca Rößler (2, 4, 0), Ole Theo Könnecke (1, 5, 2), Noah Hoerschelmann (3, 2, 0), Sina Hög (1, 1, 0), Ben Fischer (1, 0, 2), Luke Reuhl (1, 0, 0) und Maximilian Fritschle (0, 0, 0)

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