
TSV Griedel verliert in der Oberliga bei der HSG Goldstein/Schwanheim
19.04.2026
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20.04.2026Wenn am Samstag in der Butzbacher August-Storch-Halle die ersten Bälle über das Kleinfeld laufen, geht es für Floorball Griedel um weit mehr als nur ein weiteres Turnier. Die Westdeutsche Meisterschaft vereint die besten U15-Teams aus Hessen und Nordrhein-Westfalen – und stellt den heimischen Hessenmeister vor eine anspruchsvolle Aufgabe gegen etablierte Nachwuchsprogramme aus leistungsstarken Vereinsstrukturen. Für viele Zuschauer bietet sich dabei zugleich die Gelegenheit, eine noch junge, aber dynamische Sportart kennenzulernen: Floorball, eine schnelle Hockey-Variante in der Halle, die durch hohe Intensität, Technik und unmittelbare Spielsituationen besticht.
Mit den Dümptener Füchsen und den SSF Dragons Bonn reisen der NRW-Meister und der NRW-Vizemeister nach Butzbach – zwei Mannschaften, die ihre Regionalliga nicht nur sportlich dominiert, sondern auch strukturell ausgereifte Nachwuchsarbeit im Rücken haben. Bonn gilt als Teil eines leistungsorientierten Umfelds rund um den Erstligisten SSF Dragons Bonn, dessen Nachwuchs konsequent an den Herrenbereich herangeführt wird. Auch die Dümptener Füchse entsenden mit ihrer U15 eine Mannschaft, die aus einem gewachsenen Bundesliga-Nachwuchssystem stammt und entsprechend geschult und eingespielt auftritt. Diese Hintergründe spiegeln sich im Spiel wider: hohes Tempo, klare Rollenverteilung und ein taktisch geschulter Umgang mit Drucksituationen.
Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht diese Qualität. Dümpten sicherte sich den Meistertitel mit 14 Punkten und einem Torverhältnis von 67:27, Bonn folgte als Zweiter mit 12 Punkten und 64 erzielten Treffern . Beide Teams begegneten sich im Saisonverlauf auf Augenhöhe, was die Ausgeglichenheit an der Spitze zusätzlich unterstreicht.
Auffällig ist bei beiden NRW-Vertretern vor allem die offensive Durchschlagskraft. Dümpten baut sein Spiel um Topscorer Florian Neumann auf, der mit 19 Toren die Liga anführt , während Spielmacher Noam Strüngmann als zentrale Aufbauachse nahezu jeden Angriff initiiert. Bonn hingegen setzt auf ein klares Offensivduo: Ferdinand Demmers (18 Tore) als konsequenter Vollstrecker und Levi Grote als kreativer Taktgeber . Beide Mannschaften eint zudem die Fähigkeit, Spiele früh zu prägen und Gegner bereits in den Anfangsminuten unter Druck zu setzen.
Neben den NRW-Teams komplettiert Floorball Mainz das Teilnehmerfeld – ein Gegner, der aus Sicht der Hessen keineswegs zu unterschätzen ist. Als Vizemeister der Hessenliga bringt Mainz nicht nur individuelle Qualität, sondern auch Erfahrung aus direkten Duellen mit Griedel mit. Mit 167 erzielten Toren stellte Mainz ebenfalls eine der gefährlichsten Offensiven und überzeugte durch ein variables, kontrolliertes Angriffsspiel. Im Vergleich zu den sehr direkt agierenden NRW-Teams setzt Mainz häufiger auf strukturierten Aufbau und Geduld im Ballbesitz, bleibt dabei aber jederzeit torgefährlich.
In dieses anspruchsvolle Feld geht Floorball Griedel mit breiter Brust. Die Mannschaft dominierte die Hessenliga, blieb in zehn Spielen ungeschlagen und erzielte beeindruckende 191 Tore bei nur 43 Gegentreffern . Diese Bilanz steht für ein Team, das sowohl offensiv als auch defensiv zu den stabilsten der Region gehört. Entscheidend ist dabei weniger die individuelle Statistik als vielmehr die mannschaftliche Geschlossenheit und die klare Spielidee: eine kompakte Box in der Defensive, schnelles Umschaltspiel nach Ballgewinn und konsequente Abschlüsse aus dem Slot.
Gerade diese Struktur könnte am Samstag zum Schlüssel werden. Während Bonn und Dümpten ihre Stärke in der Dynamik und im direkten Zug zum Tor haben, bringt Griedel eine ausgeprägte taktische Disziplin ein. Aus dem Umfeld ist zu hören, dass man sich bewusst ist, „dass Details wie die ersten Minuten oder die Arbeit im Slot über Sieg oder Niederlage entscheiden können“. Hinzu kommt, dass in Butzbach zahlreiche Auswahlspieler aus dem Westen erwartet werden – ein zusätzlicher Hinweis auf das sportliche Niveau dieses Turniers. Auch im hessischen Vergleich wird Jugendfloorball hier auf höchstem Niveau geboten.
Der Spielplan verspricht dabei von Beginn an Spannung. Zum Auftakt trifft Griedel auf Bonn, ehe im weiteren Verlauf auch die Duelle gegen Mainz und Dümpten folgen . Damit ist klar: Jeder Wechsel, jede Aktion kann richtungsweisend sein – Raum für Fehler bleibt kaum.
Neben der sportlichen Qualität bietet der Samstag auch den passenden Rahmen für einen besonderen Floorball-Tag. Die August-Storch-Halle wird zur Bühne für schnellen, technisch anspruchsvollen Hallensport mit intensiven Zweikämpfen, schnellen Umschaltmomenten und Torabschlüssen aus kürzester Distanz. Der Eintritt ist frei, die Verpflegung gesichert – und die Voraussetzungen für eine stimmungsvolle Kulisse damit gegeben.
Vieles deutet darauf hin, dass die Entscheidung erst in den letzten Spielen des Tages fallen wird. Sicher ist jedoch schon jetzt: Wer sich am Samstag durchsetzt, hat nicht nur den Titel im Blick, sondern auch die Qualifikation für die nächste Ebene im deutschen Nachwuchs-Floorball. Für Floorball Griedel bietet sich damit vor heimischer Kulisse die Chance, die eigene starke Saison gegen hochkarätige Konkurrenz zu bestätigen – und vielleicht den nächsten Schritt zu gehen.

