
TSV Griedel hat im Abstiegskampf die TG Rüsselsheim zu Gast
24.04.2026Jannik Kuhl war mit drei Toren gegen Rüsselsheim erfolgreich! (Bild von Martin Gross)
Die TG Rüsselsheim hat sich in einem intensiven und phasenweise sehr nervösen Spiel gegen den TSV Griedel mit 25:27 (12:13) durchgesetzt. Nach den letzten zwei Niederlagen sind die Chancen auf den Klassenerhalt des TSV Griedel gesunken, aber es sind noch drei Spiele zu spielen, wo die Mannschaft zeigen kann, dass sie noch alles daransetzen wird, die Klasse zu halten. Von Beginn an startete Rüsselsheim dynamisch, setzte den TSV Griedel früh unter Druck und fand zunächst gut in die Partie. Griedel ließ sich davon jedoch nicht abschütteln, kam im Verlauf der ersten Halbzeit besser ins Spiel und nutzte einige Schwächen der TG Rüsselsheim konsequent aus. In der zweiten Hälfte verlief das Spiel lange ausgeglichen, dann haben die Zeitstrafen gegen den TSV Griedel dem Spielverlauf eine andere Richtung gegeben.
Trainer Björn Hell von der TG Rüsselsheim äußerte sich nach dem Spiel: „Ich glaube, wir sind ziemlich gut reingekommen. Meine Spieler haben zunächst das umgesetzt, was man sich vorgenommen hatte. Danach sei durch frühe Wechsel jedoch etwas Unruhe entstanden. Genau diese Phase habe Griedel gut genutzt. Wir hatten ein großes Problem auf der linken Abwehrseite. Dort verlor meine Mannschaft immer wieder die direkten Duelle, was Griedel konsequent über die rechte Angriffsseite ausspielte. Dieses Thema habe man über weite Strecken des Spiels nicht richtig gelöst bekommen. Die mentale Belastung hat eine große Rolle gespielt. Meine Mannschaft hat gewusst, wie viel auf dem Spiel stand. Meine Spieler wussten, das ist ihre letzte Chance, aus eigener Kraft den Abstiegskampf zu bestehen. Sie waren alle sehr nervös. Diese Nervosität habe man besonders im Vergleich zur Vorwoche gemerkt, als die Mannschaft noch deutlich freier auftreten konnte. Die rote Karte gegen meinen Spieler möchte ich nicht abschließend bewerten. Allerdings muss mein Spieler in dieser Situation ruhiger bleiben. Er darf nicht so reagieren, nur weil es für ihn nicht so läuft. Dadurch kam der TSV Griedel noch einmal besser ins Spiel. Trotzdem gelang es meiner Mannschaft, die Partie am Ende zu kontrollieren. Wir haben’s dann, Gott sei Dank, noch souverän zu Ende gespielt.“
Trainer Timm Weiß vom TSV Griedel äußerte sich wie folgt: „Ich möchte der TG Rüsselsheim zum Erfolg gratulieren. Der Sieg war absolut verdient. Aus meiner Sicht hatte meine Mannschaft durchaus die Möglichkeit, das Spiel auf die eigene Seite zu ziehen, besonders nach der Roten Karte gegen Rüsselsheim. Da ist eigentlich alles für uns gelegt und wir nutzen es halt nicht. Mit der Defensivleistung meiner Mannschaft war ich über weite Strecken zufrieden. 27 Gegentore sind aus meiner Sicht grundsätzlich in Ordnung, auch die erste Halbzeit sei defensiv vertretbar gewesen. Das größere Problem lag heute für uns klar im Angriff. Die Angriffsleistung war viel zu nervös. Gerade bei Spielern, die normalerweise sicher abschließen, seien ungewohnte Fehler passiert. Man hat schon die Bedeutung des Spiels vielleicht im negativen Sinn bei uns heute gemerkt. Ich möchte die Niederlage ausdrücklich nicht an den Schiedsrichtern festmachen. Für mich lag der Grund vor allem in der eigenen Leistung. Meine Mannschaft hat die große Gelegenheit nicht genutzt und sich deshalb am Ende nicht belohnt. Wir hatten es heute nicht verdient. Die Hauptaufgabe wird in den nächsten drei Spielen im mentalen Bereich liegen. Es gehe nun darum, die Enttäuschung aus den Köpfen zu bekommen und wieder mehr Lockerheit in die Mannschaft zu bringen, besonders im Abschluss. Im Endeffekt gilt es jetzt, dass aus den Köpfen rauszubekommen. Es ist noch alles offen, es ist noch nicht vorbei. Es sind noch drei Spiele.“
Die TG Rüsselsheim kam besser aus den Startlöchern und ging mit 1:3 in Führung. Jannik Kuhl war mit zwei Toren zum 2:3 verantwortlich. Lukas Kipp fing einen Angriff ab und schloss den Tempogegenstoß zum 3:3 ab. Mit einem weiteren Tempogegenstoß brachte Jan Schepp beim 4:3 seine Mannschaft zum ersten Mal in Führung. Aber das brachte keine Sicherheit in das Griedeler Spiel. Über das 6:7 durch einen verwandelten Siebenmeter von Jan Schepp konnte sich die TG Rüsselsheim auf 6:10 (21. Min.) absetzen. Farouk Al Mohamad, Dimitri Brunz und Thomas Graßl konnten für den TSV Griedel auf 9:10 verkürzen. Bis zum Pausenstand von 12:13 trafen für den TSV Griedel noch Thomas Graßl (2) und Farouk Al Mohamad.

Jan Schepp traf viermal gegen Rüsselsheim! (Bild von Martin Gross)
In der ersten Hälfte der zweiten Halbzeit kam die stärkste Phase des TSV Griedel. Nach dem Ausgleich von Lukas Kipp, brachte Farouk Al Mohamad seine Farben mit 15:14 in Führung. Jan Schepp, Lukas Kipp und Jannik Kuhl bauten den Vorsprung auf 18:16 (38. Min.) aus. Das Spiel schien, auch durch die rote Karte gegen Linkshänder und Torjäger Kennet Meierhöfer von der TG Rüsselsheim, in die Richtung des TSV Griedel zu laufen. Die TG Rüsselsheim schlug aber zurück und es wurde deutlich, dass die Rüsselsheimer den Erfolg mehr wollten. Nach dem Ausgleich konnte Thomas Graßl den TSV Griedel noch zweimal bis zum 20:19 in Führung bringen. Nach dem 20:21 erzielte Lukas Kipp das 21:21 (48. Min.). In der nächsten Situation erhielt Constantin Jantos seine dritte Zweiminuten Strafe und das zeigte bei der Mannschaft Wirkung. Die TG Rüsselsheim nutzte die Griedeler Schwächung und setzte sich auf 22:25 ab. Farouk Al Mohamad traf zum 23:25. Nach dem 23:26 verkürzte Mannschaftskapitän Lukas Kipp noch einmal auf 25:26. Es waren noch 90 Sekunden zu spielen. Aber nach dem 25:27 (60. Min.) war dem TSV Griedel der Stecker gezogen.
Moderator und der 1. Vorsitzender des TSV Griedel Lars Moscherosch hob zum Abschluss, trotz aller Nervosität, den Kampf beider Mannschaften, eine Szene hervor. Als ein Spieler des TSV Griedel nach einem Sturz wieder aufstand, applaudierten die Rüsselsheimer Spieler, obwohl sie sich gerade in einer Auszeit befanden. Für Lars war das ein bemerkenswerter Moment echter Sportlichkeit.
So stand am Ende ein verdienter Sieg der TG Rüsselsheim, ein enttäuschter, aber fairer TSV Griedel und ein Spiel, das deutlich zeigte, wie schwer Beine werden können, wenn der Kopf das Gewicht der Tabelle mitträgt.
Am nächsten Samstag um 17.00 Uhr spielt der TSV Griedel am Hexenturm in Idstein.
TSV Griedel: Marco Pajung und Constantin Kühnen im Tor, Yannik Kuhl (3), Lukas Kipp (6/3), Andreas Müller-Starke, David Potschka, Maximilian Schepp, Constantin Jantos, Jan Schepp (4/1), Hendrik Engel, Oscar Krzeczek, Dimitri Brunz (1), Thomas Graßl (5), Henri Vogel (1), Farouk Al Mohamad (5) und Niklas Dörsam
TG Rüsselsheim: Luke Schulze und Nils Bernotek im Tor, Nicolas Wojtyniak (4), Jonas Boch (3), Lars Wykypiel (5/4), Björn Schmidt, Paul Hölpert, Jannick Eberbach (3), Kennet Meierhöfer (1), Joscha Porz (5), Max Wetz, Ivan Knezovic, Jannik Oliver Walther, Masato Kopecki (1), Justus Metz (1) und Yannick Krämer (4)
Im Stenogramm: Schiedsrichter: Stefan Niemann und Markus Schetzkens (TV Wetzlar); Zeitstrafen: 12:10; TSV Griedel: Constantin Jantos/drei, Dimitri Brunz, Jan Schepp/zwei; TG Rüsselsheim: Nicolas Wojtyniak/zwei, Kennet Meierhöfer, Lars Wykypiel, Björn Schmidt; Siebenmeter: 6/4 – 5/4; rote Karten: TSV Griedel: Constantin Jantos, Disqualifikation 3×2 Minuten, 48.53 Min.; TG Rüsselsheim: Kennet Meierhöfer, Disqualifikation, 34.59 Min.; Zuschauer: 100.

