Griedels U17 krönt Saison vorzeitig – Hessenmeister nach Sieg gegen Frankfurt

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Griedels U17 krönt Saison vorzeitig – Hessenmeister nach Sieg gegen Frankfurt

Frankfurt. Die U17 von Floorball Griedel ist Hessenmeister 2025/2026 – und das bereits vor dem finalen Duell gegen Floorball Mainz. Ein Punkt hatte dem TSV am letzten Spieltag noch gefehlt, und den holte sich das Team souverän mit einem 11:7-Erfolg gegen die Frankfurt Falcons. Der anschließende 10:9-Sieg gegen Mainz wurde damit zur Kür einer ohnehin beeindruckenden Saison.

Mit 33 Punkten aus 12 Spielen, 11 Siegen und nur einer Niederlage sicherte sich Griedel verdient Platz eins vor Mainz (24 Punkte). Auch das Torverhältnis von 139:64 unterstreicht die Dominanz. Doch der Weg zum Titel war kein Selbstläufer – gerade die Erfahrungen aus dem hitzigen Hinspiel in Mainz im Januar hatten gezeigt, wie eng es an der Spitze zugehen kann.

Im ersten Spiel des Tages ließ Griedel keinen Zweifel daran, dass man den Titel sofort klarmachen wollte. Eine dominante erste Halbzeit mit neun Treffern sorgte früh für klare Verhältnisse. Jonas Halbe (4 Tore), Yorrick Rau, Maximilian Fritschle, Jaxon Richter, Noah Hörschelmann und Julian Bohne trafen und stellten die Weichen auf Sieg. „Die erste Hälfte war genau das, was wir uns vorgenommen hatten – hohes Tempo, klare Aktionen und konsequente Abschlüsse“, erklärte der Headcoach nach der Partie. „Dass wir uns damit direkt die Meisterschaft sichern konnten, ist natürlich überragend.“

Nach der Pause ließ die Spannung allerdings merklich nach. Die zweite Halbzeit wurde phasenweise zu unkonzentriert und wirkte über Strecken wie heruntergespielt, Frankfurt entschied den Abschnitt sogar für sich. Dabei waren die müden Beine unübersehbar, da gleich vier U17-Spieler am Vortag im Herren-Großfeld im Einsatz standen. „Die Jungs haben in den letzten Wochen extrem viel investiert. Dass dann im zweiten Abschnitt die Beine schwer werden, ist absolut nachvollziehbar. Entscheidend war: Wir haben den Punkt geholt – und damit den Titel“, ordnete der Coach ein.

Trotz bereits feststehender Meisterschaft entwickelte sich das abschließende Spiel gegen Mainz zu einem echten Highlight. Zu präsent war noch die Erinnerung an das verlorene Hinspiel im Januar, in dem Griedel zwar Charakter gezeigt, aber am Ende den Kürzeren gezogen hatte. Diesmal war der Wille von Beginn an spürbar. „Man hat den Jungs angesehen, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten“, so der Trainer.

In einer intensiven Begegnung wechselte die Führung mehrfach. Griedel blieb stabil, zeigte großen Kampfgeist und agierte in den entscheidenden Momenten deutlich konsequenter als noch im Hinspiel. Besonders die Phase zwischen der 14 und 17 Minute entwickelte sich zu einem echten Nervenkrimi. Nachdem Noah Hörschelmann die 8:7-Führung erzielt hatte, drehte Mainz die Partie innerhalb kürzester Zeit und ging mit 9:8 in Front. Für Diskussionen sorgte dabei insbesondere der Ausgleichstreffer von Felix Schreiner zum 8:8, der aus Griedeler Sicht klar mit zu hohem Stock erzielt wurde. Trotz sofortiger Reklamationen ließ das insgesamt gut leitende Schiedsrichtergespann aus Frankfurt das Tor gelten und unterband weitere Diskussionen frühzeitig.

Doch Griedel zeigte genau in dieser kritischen Phase seine mentale Stärke. Nur Sekunden später glich Yorrick Rau zum 9:9 aus (17:03) und brachte sein Team zurück ins Spiel. Es war ein Moment, der sinnbildlich für die gesamte Saison stand: Rückschläge wurden nicht akzeptiert, sondern sofort beantwortet.

Der entscheidende Treffer fiel schließlich in Überzahl: Yorrick Rau lief stark in den Slot und verwertete einen langen, präzisen Pass von Jonas Halbe aus der eigenen Hälfte zum 10:9.

Die Schlussphase hatte es dennoch in sich. Mainz drängte auf den Ausgleich, entschied sich jedoch – eher überraschend in dieser Phase – nicht, den Goalie zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers herauszunehmen. Zwei Sekunden vor Schluss beförderte der Griedeler Schlussmann den Ball über die Mittellinie, der Anhang jubelte bereits, doch nach Zeitkorrektur bekam Mainz noch einmal einen Freischlag. Dieser landete jedoch in den Griedeler Beinen – dann war Schluss und ein perfekter Spieltag besiegelt.

Auch in den Einzelwertungen setzte Griedel Maßstäbe. Yorrick Rau wurde als Topscorer der Liga ausgezeichnet, während Ruben Wagner als MVP von Floorball Griedel geehrt wurde. Zudem unterstrichen mehrere Spieler ihre starke Saison mit Platzierungen in der Topscorerliste: Yorrick Rau auf Rang eins, Jonas Halbe auf Rang drei und Julian Bohne auf Rang zehn.

Der Titel ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Entwicklung über die gesamte Saison hinweg. Nach der Niederlage in Mainz im Januar zog das Team die richtigen Lehren, entwickelte sich taktisch wie mental weiter und zeigte am entscheidenden Spieltag genau die Mischung aus Qualität und Mentalität, die es für einen Meister braucht. „Was mich am meisten stolz macht, ist die Entwicklung der Mannschaft. Wir haben aus Rückschlägen gelernt, sind enger zusammengerückt und haben uns diesen Titel wirklich erarbeitet“, so der Headcoach.

Ein kleiner Wermutstropfen blieb am Ende dennoch: Der Verband hatte es leider nicht rechtzeitig geschafft, die offiziellen Meisterurkunden bereitzustellen. Die Ehrung musste daher zunächst ohne die entsprechenden Dokumente erfolgen. Diese sollen jedoch zeitnah nachgereicht werden, sodass die Mannschaft und die einzeln Geehrten ihre verdiente Auszeichnung auch formal in den Händen halten kann.

Mit dem Gewinn der Hessenmeisterschaft hat sich Floorball Griedel zudem für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft qualifiziert. Dort wird sich das Team nun mit den besten Mannschaften aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz messen müssen – eine neue Herausforderung, die der frischgebackene Hessenmeister mit viel Selbstvertrauen angehen dürfte.

Floorball Griedel: Wagner, Dechert im Tor – Halbe (5/4/0), Rau (4/2/2), Bohne (2/2/0), Hörschelmann (2/1/0), Fritschle (1/1/0), Richter (1/1/0), Rößler (1/1/0), Nern (0/0/0).

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