
TSV Griedel verliert gegen das Spitzenteam aus Holzheim
01.03.2026Butzbach. Es war eines dieser Spiele, bei denen man nach dem Schlusspfiff nicht genau weiß, ob Ärger oder Stolz überwiegt. Floorball Griedel lieferte sich am Sonntagnachmittag in der August-Storch-Halle ein intensives, temporeiches Regionalligaduell mit den Espenau Rangers, kämpfte sich nach frühem Rückstand eindrucksvoll zurück – und musste sich am Ende dennoch knapp mit 4:5 geschlagen geben.
Dabei begann die Partie aus Sicht der Gastgeber denkbar ungünstig. Griedel fand kaum ins Spiel, wirkte in den ersten Minuten einen Schritt zu spät und ließ Espenau immer wieder zu einfachen Abschlüssen kommen. Die Rangers nutzten ihre erste Druckphase konsequent, kombinierten zielstrebig durch die Mitte und stellten mit zwei sauber ausgespielten Angriffen früh auf 0:2. Als kurz darauf auch noch ein abgefälschter Ball unhaltbar im eigenen Tor landete, schien die Begegnung bereits früh eine klare Richtung zu nehmen.
Doch Griedel zeigte Moral. Mit zunehmender Spielzeit wurde das Heimteam aggressiver im Forechecking, gewann mehr Zweikämpfe an der Bande und zwang Espenau zu Fehlern im Aufbau. Innerhalb weniger Augenblicke brachte Dennis Christopher Wirl seine Farben zurück ins Spiel: Erst verwertete er eine präzise Vorlage von Yorrick Rau, wenig später setzte er entschlossen nach und drückte den Ball erneut über die Linie. Die Partie war plötzlich offen, die Intensität auf dem Feld deutlich spürbar.
Das hohe Tempo forderte jedoch seinen Preis. In einer Phase, in der Griedel auf den Ausgleich drängte, nutzten die Gäste zwei Unachtsamkeiten eiskalt aus und stellten den alten Abstand wieder her. Espenau agierte abgeklärt, während Griedel weiter investieren musste – läuferisch wie körperlich.
Im Schlussdrittel entwickelte sich schließlich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Yorrick Rau brachte die Hausherren mit einem platzierten Abschluss erneut heran, ehe Jonas Halbe nach energischem Nachsetzen vor dem Tor den Anschluss herstellte und die Halle endgültig zum Kochen brachte. Griedel drückte nun mit aller Macht, gewann nahezu jeden freien Ball und zwang Espenau tief in die eigene Hälfte.
Die entscheidende taktische Maßnahme folgte kurz vor Schluss: Nach einer Auszeit nahm Griedel den Torhüter vom Feld und setzte alles auf eine Karte. Mit sechs Feldspielern lief der Ball schnell durch die Reihen, Abschlüsse prasselten auf das Espenauer Tor, doch entweder fehlten Zentimeter oder ein Schläger war noch dazwischen. Trotz enormen Drucks wollte der Ausgleich nicht mehr fallen.
Entsprechend zwiegespalten fiel auch das Fazit von Griedels Headcoach Olof Dandanelle aus: „Wir haben heute zwei Gesichter gezeigt. Der Start war nicht auf unserem Niveau, aber die Reaktion meiner Mannschaft danach war stark. Wir haben Charakter gezeigt, sind zurückgekommen und haben bis zur letzten Sekunde daran geglaubt. Genau diese Mentalität brauchen wir – wenn wir von Beginn an so spielen, gewinnen wir solche Spiele.“
Spielerstenogramm Floorball Griedel:
Wagner und Lenz im Tor, Wirl (2 Tore / 0 Vorlagen /0 Strafzeiten), Rau (1/1/0), Matilainen (0/0/0), Hörschelmann (0/0/0), Bohne (0/1/0), Halbe (1/0/0), Haupt (0/0/0), Flatscher (0/0/0), Gleiniger (0/0/0), Fischbach (0/0/0), Jordan (0/0/0).

