Floorball Griedel U17 erreicht vorzeitig die Qualifikationsrunde zur Deutschen Meisterschaft

TSV Griedel verlor deutlich beim Spitzenreiter der HH-Oberliga
22.02.2026
TSV Griedel verlor deutlich beim Spitzenreiter der HH-Oberliga
22.02.2026

Floorball Griedel U17 erreicht vorzeitig die Qualifikationsrunde zur Deutschen Meisterschaft

Julian Bohne im Zusammenspiel mit Yorrick Rau

Mit zwei deutlichen Siegen in der August-Storch-Halle hat die U17 KF von Floorball Griedel nicht nur den Heimspieltag vergoldet, sondern zugleich das nächste Etappenziel vorzeitig eingetütet: Mindestens Platz zwei ist rechnerisch abgesichert – und damit auch die Qualifikation für die Endrunde, in der die Teams aus Hessen gegen die Vertreter aus NRW sowie Rheinland-Pfalz/Saarland die beiden Startplätze für die Deutschen Meisterschaften ausspielen.

In der Halle bestätigte der Tabellenführer seine Stellung mit einem 22:1 gegen den SV Taunusstein-Neuhof und einem 16:5 gegen die Espenau Rangers. Griedel bleibt damit bei 27 Punkten und 118:48 Toren vorn, während Mainz mit 21 Zählern (109:63) der erste Verfolger ist.

Gegen Taunusstein war es über weite Strecken ein Spiel in eine Richtung – ein Auftritt, der eher nach „Warm-up mit Wettkampfcharakter“ roch als nach echter Standortbestimmung. Griedel setzte früh den Ton, spielte den Ball schnell und schnörkellos durch die Reihen und schob die Angriffe immer wieder mit Tempo in die gegnerische Zone. Yorrick Rau eröffnete den Torreigen, Julian Bohne und Jonas Halbe legten nach, und spätestens als Noah Hörschelmann als Kapitän sichtbar Verantwortung übernahm, kippte die Partie endgültig in Richtung Heimteam. Am Ende stand ein 22:1 (11:1/11:0) – klar, dominant, ohne große Diskussion.

Mehr Substanz, mehr Widerhaken – und deutlich mehr Gesprächsstoff – steckte dann im zweiten Duell gegen Espenau. Das 16:5 liest sich komfortabel, doch der Spielverlauf zeichnet ein Bild mit Knick: Zur Pause führte Griedel 10:2, in der zweiten Halbzeit ließ die Mannschaft die Rangers jedoch auf 6:3 herankommen. Genau da lag der Haken: Griedel wirkte nach dem Seitenwechsel nicht mehr so fokussiert, die Abstände wurden größer, die Entscheidungen einen Tick später, die Aktionen nicht mehr ganz so „sharp“. Es passte ins Gesamtbild des Wochenendes: Die U15-Westauswahlspieler Jonas Halbe, Noah Hörschelmann und Jaxon Richter schleppten sichtbar müde Beine mit sich herum, nachdem sie am Samstag ein ganztägiges Auswahltraining absolviert hatten. Und mit Vincent Montagna und Luca Rössler fehlten zudem zwei Akteure, die sich mit Atemwegserkrankungen krank melden mussten – Rotation und Rhythmus litten spürbar.

Dabei startete Griedel gegen die Rangers wie ein Team, das sofort „Hockeydruck“ aufbauen will: frühes Forechecking, schnelle Ballgewinne, direkte Abschlüsse. Bohne traf früh, Halbe erhöhte, Richter und Rau setzten nach – und Espenau fand zunächst kaum Luft, um eigene Angriffe sauber aufzuziehen. Nach der Pause gab es dann jedoch jene Minuten, in denen ein Spiel kippen kann, wenn man nicht konsequent bleibt. Szene eins: Halbe stellt in Hälfte zwei mit einem schnellen Abschluss in die kurze Ecke auf 11:2 – eigentlich das perfekte Signal, um den Deckel draufzumachen. Doch direkt danach bekam Espenau mehr Zonenzeit, Griedel verteidigte nicht mehr mit derselben Kompaktheit, und plötzlich wirkten die Rangers mutiger in den Zweikämpfen.

Szene zwei ist die, die aus Trainersicht Gold wert ist: In einer Phase, in der Espenau bereits wieder am Spiel riecht, bekommt ein Rangers-Angreifer aus kurzer Distanz eine richtig gute Chance – und Ruben Wagner bleibt im Tor stabil, macht sich breit und entschärft den Abschluss mit einer starken Parade. Das war kein Show-Save, eher eine dieser klaren, harten Torhüteraktionen, die eine wacklige Mannschaft für einen Moment wieder einfängt.

Aber Griedel fand danach nicht dauerhaft zurück in den ersten-Hälfte-Rhythmus. Espenau verkürzte weiter, und als die Rangers sogar noch einmal näher heranrückten, musste Griedel eine Auszeit nehmen – ein deutliches Zeichen dafür, dass man sich das Leben unnötig kompliziert gemacht hatte. Erst in der Schlussphase zog Griedel wieder entschlossener durch. Szene drei: Hörschelmann bringt nach energischem Nachsetzen und sauberem Abschluss das 16:4 auf die Anzeigetafel – ein Treffer, der wieder nach „zweiter Welle“ und konsequenter Arbeit am Ball roch. Ganz sauber blieb es trotzdem nicht, denn Espenau kam kurz vor Ende noch zum 16:5. Unterm Strich blieb der Eindruck: Die erste Halbzeit war klar und zielstrebig, die zweite eher ein Warnschild, wie schnell ein Spiel kippen kann, wenn die Details nicht mehr stimmen.

Headcoach-Statement nach dem Heimspieltag: „Die erste Hälfte gegen Espenau war genau das, was wir sehen wollen: Tempo, klare Entscheidungen, Zug zum Tor. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr konsequent in unseren Basics und haben Espenau unnötig eingeladen. Mit den müden Beinen aus dem Auswahltraining und den Ausfällen mussten wir viel kompensieren – aber genau da müssen wir als Team stabil bleiben.“

Im Meisterschaftsrennen bleibt die Ausgangslage trotzdem interessant: Am letzten Spieltag stehen für Griedel noch zwei Partien an (gegen Frankfurt und gegen Mainz), Mainz spielt ebenfalls zweimal (gegen Griedel und Taunusstein). Mainz kann rechnerisch nur dann noch Tabellenerster werden, wenn es beide Spiele gewinnt und Griedel beide Spiele verliert – dann wären beide Teams punktgleich bei 27. In diesem Fall dürfte sehr wahrscheinlich die Tordifferenz entscheidend werden: Griedel liegt aktuell bei +70, Mainz bei +46 – also 24 Tore Rückstand. Mainz bräuchte dann nicht nur zwei Siege, sondern vermutlich auch einen deutlichen „Tor-Swing“: idealerweise ein klarer Sieg gegen Taunusstein, ein starkes Ergebnis gegen Griedel – und gleichzeitig Frankfurter Schützenhilfe gegen Griedel. Kurz gesagt: Mainz braucht neben maximaler Ausbeute ziemlich sicher auch ein kleines Torfestival, während Griedel an beiden Fronten patzen müsste. „Mein großer Dank geht insbesondere an unsere eingesetzten Griedeler Schiedsrichter heute, ohne die kein Jugendspiel stattfinden kann. „Mein großer Dank geht insbesondere an unsere heute eingesetzten Griedeler Schiedsrichter – ohne ihren Einsatz könnte kein Jugendspiel stattfinden“, betont Abteilungsleiter Helge Rau. „Mit Oliver Brücher, Dennis Wirl, Samuel Bayer, Julian Bohne und Jonas Halbe hatten wir gleich sechs Unparteiische aus den eigenen Reihen im Einsatz. Damit wir solche Spieltage in Butzbach weiterhin für unsere Kinder anbieten können, brauchen wir dringend lokale Partner, die unsere Werte teilen und uns auf diesem Weg unterstützen.“

Stenogramm: Ruben Wagner und Leopold Dechert im Tor sowie Ben Fischer (3 / 1 / 0), Maximilian Fritschle (3 / 0 / 0), Jonas Halbe (9 / 2 / 0), Noah Hörschelmann (6 / 3 / 0), Tim Nern (0 / 3 / 0), Yorrick Rau (10 / 6 / 0), Jaxon Richter (4 / 3 / 0).

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