
TSV Griedel siegt im Derby gegen die HSG Kleenheim-Langgöns
08.02.2026Erlensee. Zwei Spiele, kaum Pause – und ein kleiner Kader, der trotzdem bis zum letzten Wechsel voll dagegenhielt: Die U11 von Floorball Griedel hat am vergangenen Spieltag der Hessenliga in der Großsporthalle Erlensee einen intensiven Vormittag erlebt. Auf eine deutliche Niederlage gegen den Gastgeber TSG Erlensee (2:10) folgte eine beeindruckende Antwort mit einem klaren 10:0 gegen den TV Schriesheim. Ein Spieltag, der sich stellenweise wie Jugendhockey anfühlte: erst die harte Lektion, dann die Reaktion mit breiter Brust.
Zunächst erwischten die Griedeler gegen den Gastgeber sogar den besseren Start. Nach 1:09 Minuten setzte Daniel Hofmann ein frühes Ausrufezeichen und traf zur 1:0-Führung – schnörkellos, direkt und mutig in die gefährliche Zone. Doch Erlensee, spielstark und in der Tabelle ganz oben, antwortete mit Tempo und viel Ballbesitz. Für Griedel bedeutete das: lange verteidigen, Schussbahnen zustellen, Zweikämpfe annehmen und im eigenen Drittel ordentlich schuften. Zur Pause stand es 1:5, am Ende 2:10. Immerhin gelang in der zweiten Hälfte noch ein weiterer Treffer: Leopold Fritschle markierte nach 6:02 Minuten das zwischenzeitliche 2:8 und setzte damit einen Nadelstich, der zeigte, dass Griedel trotz Druck selbst gefährlich bleiben kann. Dazu kamen starke Paraden: Casper Würz und später auch Ruslan Schkrabov hielten mehrfach, was zu halten war, während das Team sich in jeden Ball hineinarbeitete.
Gerade einmal 15 Minuten später folgte die nächste Partie – und hier zeigte sich die eigentliche Stärke des Spieltags: Griedel blieb im Kopf stabil und kam gegen Schriesheim mit sichtbar mehr Zug aus der Kabine. Das Team agierte aggressiver im Forecheck, wacher im Umschalten und klarer im Passspiel – vor allem aber konsequent im Abschluss. Der Dosenöffner fiel nach 11:05 Minuten und man konnte ihn fast hören, diesen kurzen „Klick“, wenn ein Team merkt: Heute sind wir da. Griedel eroberte den Ball, Daniel Hofmann blieb ruhig, schaute kurz hoch und legte perfekt in den Lauf von Paul Manall. Der nahm das Zuspiel mit und schob den Ball trocken ins Eck – 1:0. Von da an war der Rhythmus gesetzt: Paul Wolff erhöhte wenig später auf 2:0 (13:21), ehe kurz vor der Sirene der Moment kam, der Schriesheim gefühlt schon vor der Pause den Stecker zog. Mitten in den letzten Sekunden setzte Griedel noch einmal nach, störte früh und schaltete blitzschnell um. Luke Hoerschelmann bekam den Ball, nahm Tempo auf, zog Richtung Slot und versenkte ihn bei 14:49 zum 3:0 – ein Treffer wie aus dem Lehrbuch: schneller Konter, kompromissloser Abschluss, perfektes Timing vor dem Pausenpfiff.
Und weil die Griedeler nach dem Seitenwechsel genau so weitermachten, wurde aus dem guten Gefühl schnell ein Statement. Nach 22 Sekunden traf Emil Würz zum 4:0 (Vorlage Hofmann), kurz darauf legte Hofmann selbst nach (5:0, Vorlage Würz). Griedel kombinierte sauber, blieb im Pressing konsequent und spielte mit sichtbar wachsendem Selbstvertrauen. Leopold Fritschle (insgesamt vier Treffer) und Emil Würz hielten den Druck hoch, Paul Wolff war immer wieder Antreiber – und auch Daniel Hofmann drückte dem Spiel mit zwei Toren und zwei Vorlagen seinen Stempel auf. Hinten passte an diesem zweiten Spieltag-Teil fast alles: Die Torhüter Ruslan Schkrabov und Casper Würz hielten den Kasten sauber, davor arbeiteten alle aufmerksam zurück. „Die Reaktion nach Spiel eins war richtig stark“, lautete der Tenor aus dem Trainerteam – und genau so fühlte es sich an: als hätte die Mannschaft den Schalter gefunden und ihn gemeinsam umgelegt.
Der 10:0-Erfolg zahlt sich auch in der Tabelle aus: Floorball Griedel steht nach sechs Spielen mit 12 Punkten auf Rang drei (44:17 Tore, +27) und bleibt damit im oberen Tabellendrittel voll auf Kurs. Für Floorball Griedel spielten Leopold Fritschle (4 Tore), Paul Manall (1), Emil Würz (2 Tore/1 Vorlage), Akim Cosar, Luke Hoerschelmann (1), Daniel Hofmann (2/2), Paul Wolff (2/2) sowie Ruslan Schkrabov und Casper Würz im Tor.
Weiter geht’s am 19. April 2026 in Pohl-Göns (Mehrzweckhalle) – also quasi „um die Ecke“ im Butzbacher Stadtteil Kirch-Göns. Um 11:20 Uhr wartet zunächst das Duell mit den Frankfurt Falcons, ehe es um 13:10 Uhr zum besonderen Spiel kommt: das Derby gegen Tollwut Ebersgöns, den Stadtrivalen aus der Nachbarschaft. Genau dort wird es wieder auf das ankommen, was in Erlensee schon den Unterschied machte: hinten mit Leidenschaft verteidigen – und vorne den Mut haben, Chancen auch wirklich zu Ende zu spielen.

Paul Wolff in der Defense gegen Erlensee und im Hintergrund unser Goalie Casper Würz

