Unglaublicher „Last-Minute-Sieg“ für Griedeler Landesliga-Damen

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Unglaublicher „Last-Minute-Sieg“ für Griedeler Landesliga-Damen

Was war das für ein Spiel? Die Zuschauer, Spielerinnen und Trainer mussten nach dem Spiel mehrfach auf die Anzeigetafel schauen, um dieses Ergebnis überhaupt glauben zu können. Aber der Reihe nach.

Am späten Sonntagnachmittag siegten die Frauen I des TSV Griedel in der HH-Landesliga im Spiel gegen die HSG Anspach/Usingen mit 26: 25 (9:16) Toren. Gegen den bisherigen Tabellenzweiten musste Trainer Arno Lang auf die verletzte Mona Krausgrill, Laura Brück (Auslandsaufenthalt) und die privat verhinderte Anna-Lena Eichler verzichten.

Das Spiel begann sehr ausgeglichen. Die HSG Anspach/Usingen ging durch einen 7-Meter mit 0:1 in Führung, doch Madeléne Dietz glich postwendend aus und legte wenig später zum 2:1 vor. Nachdem der HSG anschließend 2 Tore in Folge gelangen, egalisierte Johanna König zum 3:3, doch nun legten die Gäste 2 weitere Tore zum 3:5 nach. Das Spiel blieb in dieser Anfangsphase jedoch recht ausgeglichen und so ließen Madeléne Dietz und Amelie Polleichtner die Gäste bis zum 5:6 (14. Spielminute) nicht davonziehen.

Von nun an gelang den Griedeler Mädels jedoch gegen eine immer stärker werdende HSG Anspach/Usingen fast nichts mehr. Viele Chancen wurden liegen gelassen und speziell gegen die sonst so zuverlässigen Außenspielerinnen konnte sich die Torhüterin der Gäste des Öfteren auszeichnen. Der Tabellenzweite spielte aus einer sehr kompakten Abwehr einen nicht schnellen, dafür aber sehr effektiven Handball. Die starke Spielertrainerin Nadine Köll riss immer wieder Löcher für Rückraum und- Kreisspielerinnen oder holte 7-Meter heraus und besonders von der Linksaußenposition kam man zu Torerfolgen.  5 Tore in Folge ließen den Vorsprung der Gäste innerhalb von 6 Spielminuten auf 5:11 anwachsen und zur Halbzeit war man der Heimmannschaft sogar auf 9:16 enteilt.

Die 2. Halbzeit ging genauso weiter, wie die 1. Halbzeit aufgehört hatte. Bei nur einem eigenen 7-Meter-Tor (Johanna König) fielen die Griedeler Mädels bis auf 10:20 zurück. Eigentlich schien das Spiel gelaufen und man musste versuchen die Niederlage in Grenzen zu halten.

Trainer Arno Lang stellte nun die Abwehr auf eine offensive 3:2:1 Deckung um und es ging ein Ruck durch die Mannschaft des TSV Griedel. Zwischen der 41. und 47. Spielminute legte der TSV jetzt selbst einen 5-Tore-Lauf hin.  Überzahlsituationen wurden schnell genutzt, die flinke Jessi Strasheim erzielte mehre Tore aus dem Tempogegenstoß und Julia Krombach fand zur gewohnten Treffsicherheit. Der Glaube an das eigene Spiel kam zurück, der Gegner machte vermehrt Fehler und Griedel legte nach. Nach einem Gegentor verkürzten Johanna König und Gianna Görlach auf 17:21 und nach einem weiteren Tor der Gäste netzte Julia Krombach 2 x in Folge zum 19:22 ein. Es waren noch 9 Minuten zu spielen und auf einmal war sogar wieder ein Unentschieden in greifbarer Nähe gerückt. Die HSG wollte dies jedoch natürlich nicht zulassen und so hielt man die Führung über 20:24 (54.) bis hin zum 23:25 (57.). Jessi Strasheim war es vorbehalten eine Minute vor dem Schlusspfiff, der beiden Unparteiischen Christine Klein und Svenja Hels, den Ausgleich zum 25:25 zu erzielen. Doch die HSG Anspach/Usingen war nun im Ballbesitz, den man etwas überhastet, mit einem Wurf neben das Griedeler Tor, abgab. Somit hatte der TSV sogar noch 35 Sekunden, um eventuell noch etwas nie für möglich gehaltenes zu erreichen… War vielleicht sogar noch ein Sieg drin?

Trainer Arno Lang legte 13 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit die Grüne Karte und bat seine Mädels zur Auszeit.  Hier wurde noch eine letzte Spielhandlung vereinbart, die auch sogleich umgesetzt werden sollte. Jessi Strasheim wurde jedoch fast auf der Linksaußenposition gefoult, so dass die Schiedsrichterinnen auf Freiwurf entschieden. Die Spielzeit war jedoch abgelaufen. Es gab also noch, aus eigentlich unmöglicher Wurfposition, einen direkten Freiwurf. Madeléne Dietz schnappte sich den Ball und warf… Doch was war das? Eine Bogenlampe, die fast wie ein weggeworfener Ball anmutete, jedoch sich präzise ins lange Eck des Tores senkte. Unglaublich! Zuschauer und Spielerinnen lagen sich in den Armen und feierten den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg. Ein Spiel war zu Ende gegangen, über das im Anschluss noch lange gesprochen wurde.

Die Damen des TSV Griedel belegen nun mit 12:8 Punkten, davon 10:2 Punkten aus den letzten 6 Spielen, einen guten Mittelfeldplatz und reisen am nächsten Sonntag zur SG  Kleenheim II, die mit 13:7 Punkten den 3. Tabellenplatz belegt. Anpfiff ist am Nikolaustag um 18:00 Uhr in der Weidig-Halle in Oberkleen.

TSV Griedel: Jasmin Scheffer und Diana Zehhuroglu im Tor, Jessica Ohrisch, Madeléne Dietz (6), Gianna Görlach (1), Katarina Dietz,  Julia Krombach (6/1), Amelie Polleichtner (1), Johanna König (8/4), Jessica Strasheim (4), und Lena Wawrzinek.