Der TSV Griedel steigt in die Landesliga auf

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Der TSV Griedel steigt in die Landesliga auf

Wetterauer Zeitung führte ein Interview mit Jürgen Weiß vom TSV Griedel


Bild: Martin Groß


hintere Reihe von links:
Marvin Grieb, Jonas Hafer, Björn Scheurich, Michel Stolte und Michael Zehner (Trainer); mittlere Reihe von links: Jürgen Weiß (Teammanager), Ziad Rejab (Co-Trainer), Sebastian Eichler, Jan Leister, Artan Nuradini und Simon Lingenberg; vordere Reihe von links: Uwe Horst (Betreuer), Timm Weiß, Lars Kungl, Lars Hilbert, Uwe Bonn, Frederic Noll und Moritz Bambey; es fehlen:  Rolf Weckmann (Torwarttrainer), Lena Riedel (Physiotherapeutin), Artis Jansons, Daniel Müller, Björn Finholdt, Lukas Kipp, Tobias Kresse und Bruno Görlach


Unser Mitarbeiter Jan Martin Strasheim hat mit Teammanager Jürgen Weiß über die abgelaufene Saison und den Aufstieg des TSV Griedel in die Landesliga gesprochen. Jürgen Weiß hat mit seinem Team lange für den Erfolg gearbeitet. Der TSV Griedel erntet nun die Früchte, die bereits vor etlichen Jahren gesät worden sind.


Wie groß ist die Freude über den Aufstieg beim TSV Griedel?


Weiß:
Die Freude über den überraschenden Aufstieg in die Landesliga war riesengroß. Seit fast 30 Jahren spielt eine Griedeler Männermannschaft wieder oberhalb des Bezirkes. Unsere jungen Spieler freuen sich auf die neue Spielklasse mit anderen Mannschaften und neuen Gegenspielern. Nach dem feststehenden Aufstieg hat die Mannschaft sofort die Trainingsintensität gesteigert. Eine Woche lang traf sich die Mannschaft an jedem Abend zum Training, jeweils in einer anderen „Lokalität“ zwischen Griedel und Gießen. Höhepunkt war die Aufstiegsfeier der Mannschaft im Griedeler Dorftreff mit allen, die zum Erfolg beigetragen haben. Der Mannschaft war es wichtig, dass alle, vom Hallensprecher über die Zeitnehmer, die Spieler aus der 2. Mannschaft und der A-Jugend, die zum Einsatz kamen, dem Wirtschaftsdienst in der Sporthalle und besonders die Sponsoren, an der Aufstiegsfeier teilnehmen können. Ein Dankeschön an Reiner Zorn vom Getränkehandel Zorn und Marc Olaf Kaiser von der Zurich Filialdirektion für das Fassbier und an alle Sponsoren für die finanzielle Unterstützung, damit die Aufstiegsfeier ein Erfolg geworden ist.


Wie bewertest Du die Saison der 1. Mannschaft des TSV Griedel rückblickend?


Weiß:
Nach einem starken Saisonstart (12:0 Punkte) haben wir im späteren Saisonverlauf, besonders in den Heimspielen, Probleme bekommen. Unsere Auswärtsbilanz mit 20:6 Punkten konnte sich sehen lassen, im Gegensatz zu unserer Heimbilanz mit 15:11 Punkten. Bis zum Dezember mit nur einer Niederlage in Wettenberg und 17:3 Punkten war die Mannschaft auf dem richtigen Weg, danach holte unsere Mannschaft nur einen Sieg in sieben Spielen bei sechs Unentschieden. Bei dem einen oder anderen Unentschieden hatten wir das Glück auf unserer Seite. Obwohl unsere Ausgangslage für die Rückrunde, bei nur noch fünf Auswärtsspielen und dem Heimspiel gegen Wettenberg sehr gut war, konnten wir nicht mehr an die Leistungen vom Saisonstart anknüpfen. Im Gegenteil unsere Rückrunde war geprägt von enttäuschenden Heimspielen. Überraschende Niederlagen gegen Mörlen, Södel und Rechtenbach in der Butzbacher Sporthalle wurden nur durch unsere Auswärtssiege kompensiert. Nach der Vorrunde waren Wettenberg und Griedel mit 20:6 Punkten gleich auf, danach legte Wettenberg eine Serie von 23:1 Punkten hin und setzte sich deutlich ab. Im gleichen Zeitraum kam der TSV Griedel nur auf 13:11 Punkte und musste Wettenberg in der Tabelle ziehen lassen. Insgesamt präsentierte sich die Bezirksoberliga, abgesehen von Wettenberg sehr ausgeglichen. Unter dem Strich muss ich aber feststellen, dass unsere Vizemeisterschaft, die uns am Ende den Aufstieg brachte, auf jeden Fall verdient war.


Die HSG Wettenberg II war in der abgelaufenen Saison das Maß aller Dinge in der Bezirksoberliga. Was hat gegenüber dieser Mannschaft dem TSV Griedel gefehlt?


Weiß:
Zuerst möchte ich der HSG Wettenberg II zur hervorragenden Saison und der verdienten Meisterschaft herzlich gratulieren. Die Mannschaft hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiter entwickelt. Trainer Christoph Fähler hat es hervorragend verstanden aus erfahrenen Spielern und jungen Wilden eine homogene Mannschaft zu bilden. Die HSG Wettenberg erntet jetzt die Früchte für eine hervorragende Jugendarbeit in den letzten Jahrzehnten. Dass die zweite Mannschaft schon fünf Spieltage vor Saisonschluss die Meisterschaft perfekt machte und vor dem Aufstieg in die Landesliga stand, belegt das nachhaltig. Nur durch den vermehrten Abstieg aus der Oberliga wurde die Mannschaft um den verdienten Lohn gebracht. In der Spielanlage war die HSG Wettenberg im Gegensatz zum TSV Griedel stärker und reifer, besonders die erfahrenen Spieler wie Torwart Will und die Feldspieler Stroh, Briel, Stephan, Kleinschmidt und der aus der Oberligamannschaft gekommene Spielmacher Moritz Leib machten in vielen Spielen den Unterschied aus. Nach den drei überraschenden Niederlagen in der Hinrunde, spielte die HSG Wettenberg im Gegensatz zum TSV Griedel eine souveräne Rückrunde. In den Spielen gegen Wettenberg zeigte der TSV Griedel, dass er auf Augenhöhe das Niveau mithalten kann, am Ende entschieden Kleinigkeiten über die Griedeler Niederlagen (36:33; 32:33).

Welche Spieler haben beim TSV Griedel einen besonderen Anteil am Aufstieg?


Weiß:
Die Mannschaft hat sich in den letzten drei Jahren mit einer hohen Trainingsbeteiligung auf das Niveau gebracht, um zwei Vizemeisterschaften hintereinander zu erreichen. Jeder Spieler hat durch sein Engagement deshalb einen Anteil an dem Aufstieg. Natürlich hat Ziad Rejab mit seiner Erfahrung und Klasse eine Ausnahmestellung in der Mannschaft. Aber besonders Ziad stellt die Mannschaft immer in den Vordergrund und belegt das auch durch seine mannschaftsdienliche Spielweise. Unsere Stärke ist die Ausgeglichenheit im Kader, die mannschaftliche Geschlossenheit und der Zusammenhalt, der durch viele gemeinsame Jahre im Jugendbereich gewachsen ist.

 

 

Die Landesliga ist eine sehr starke Klasse. Wie wird sich der TSV Griedel aufstellen, um in dieser Klasse bestehen zu können?


Weiß:
Wir werden alles daransetzen die Bezirksoberliga Gießen würdig in der Landesliga zu vertreten. Die Mannschaft ist sich bewusst, dass wir in jedes Spiel als Außenseiter gehen. Unser Konzept wird auch in der neuen Spielklasse auf unserer Jugendarbeit beruhen. Unsere junge Mannschaft hat mit einem Durchschnittsalter von 22,5 Jahren noch viel Entwicklungspotenzial. Wir werden unsere mangelnde Erfahrung in der neuen Spielklasse durch Willenskraft und Engagement ausgleichen. Wir werden versuchen uns durch junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs oder durch junge Spieler aus der Region, die in der Landesliga spielen möchten, zu verstärken. Spielerverpflichtungen, die nicht in unser Konzept passen, aber vielleicht kurzfristigen Erfolg bringen würden. wird es bei uns nicht geben. Wir werden weiter unsere jungen Spieler entwickeln und Ihnen ermöglichen Ihre sportlichen Ziele bei uns zu verwirklichen.


Welche Rolle spielt die Jugendarbeit beim TSV Griedel derzeit? Und inwiefern hat diese dazu beigetragen, dass Griedel jetzt diesen Erfolg feiern konnte?


Weiß:
Der Hauptgrund für unsere sportlichen Erfolge ist in unserer intensiven Jugendarbeit, die wir mittlerweile seit über 20 Jahren betreiben, zu suchen. Es kommt nicht von ungefähr, dass nach der Saison 2012-2013 drei aktive Mannschaften des TSV Griedel aufgestiegen sind. Neben den Männern holten sich die Frauen I die Meisterschaft in der Bezirksoberliga und steigen ebenfalls in die Landesliga auf, den Erfolg komplettierten die Frauen II mit Ihrem Aufstieg in die Bezirksliga A. An diesen Erfolgen sieht man, dass die Vereine bei der Jugendarbeit einen langen Atem brauchen, aber dass am Ende die Arbeit mit den Jugendlichen ohne Alternative ist. Nur dadurch können die Vereine nachhaltig arbeiten und Erfolge haben. Wir danken Allen, die den langen und anstrengenden Weg in den letzten Jahrzehnten mitgegangen sind, damit der TSV Griedel heute wieder durch eigenen Nachwuchs positiv in die Zukunft schauen kann. Ein weiterer Grund sind unsere Sponsoren, die seit vielen Jahren mit uns zusammenarbeiten und den sportlichen Erfolg erst möglich machen. Stellvertretend sind hier zu nennen, unser Hauptsponsor die Zurich Filialdirektion in Friedberg von Kaiser&Rausch und unsere Premiumsponsoren: das Gerhardt Bauzentrum in Butzbach, der 02 Shop in Gießen, die go Fitness&Saunawelt in Butzbach, unser Vereinslokal „Zur Friedenslinde“ in Griedel und die Fahrschule Rösner in Butzbach.


                                                                                                                                                              Bilder: Martin Groß


obere Reihe von links:
Uwe Bonn, Tobias Kresse, Simon Lingenberg, Jan Leister und Frederic Noll; zweite Reihe von links: Timm Weiß, Marvin Grieb, Artan Nuradini, Daniel Müller und Björn Scheurich; dritte Reihe von links: Moritz Bambey, Artis Jansons, Björn Finholdt, Michel Stolte und Sebastian Eichler; untere Reihe von links: Jürgen Weiß (Teammanager), Ziad Rejab (Co-Trainer), Michael Zehner (Trainer), Lena Riedel (Physiotherapeutin) und Uwe Horst (Betreuer)