1. Damen BOL-Meister 2012/2013

MJA: Qualiturnier in Kirchhain
16.05.2013
Kurse und Workshops
19.05.2013

1. Damen BOL-Meister 2012/2013

 

 

hinten: Frauenwart Carsten Grotegut, Nina Luh, Diana Zehhuroglu, Jessica Ohrisch, Madeléne Dietz, Mona Krausgrill, Betreuerin Finja Christiansen, Jasmin Scheffer, Laura Brück

vorne: Gianna Görlach, Luisa Pausch, Len Schneider, Trainer Burkhard Dilges, Katarina Dietz, Lena Wawrzinek, Jessica Strasheim

es fehlen: Verena Bauerbach, Sabrina Fuchs, Annabell Hofmann, Steffi Dobitz und Julia Hachenburger

 

Frauenwart Carsten Grotegut sprach vor kurzem mit einem Mitarbeiter der Wetterauer Zeitung über die erfolgreich verlaufene Saison der 1. Damenmannschaft. Hier eine ausführliche Zusammenfassung der besprochenen Themen:

 

 

 

War das offizielle Ziel, der Klassenerhalt, eine realistische Einschätzung?

Als Aufsteiger kannten wir die Klasse natürlich noch nicht genau, hatten jedoch unsere Hausaufgaben gemacht und schon einige Spiele der zukünftigen Gegnerinnen gesehen. Weiterhin legte unser Trainer Burkhard Dilges schon in der Vorbereitung sein Hauptaugenmerk auf Gegner aus der Landesliga und der BOL Frankfurt. So konnten wir einerseits feststellen, dass die Mädels an guten Tagen in diesen Spielen schon recht gut mithalten konnten, hatten aber natürlich andererseits noch nicht den direkten Vergleich mit den Mannschaften aus unserer BOL.

Nach dem letztjährigen, souveränen Aufstieg in die Bezirksoberliga liebäugelte die Mannschaft natürlich mit einem Mittelfeldplatz, wir gaben aber als Saisonziel ganz bewusst den Klassenerhalt aus, da wir damit auch etwas Druck nehmen wollten.

Uns war klar, dass wir nach einem guten Start (und der war auch in dieser Runde entscheidend) auch Chancen hätten im Mittelfeld mitzuspielen, doch schätzten wir die Liga als sehr ausgeglichen ein, so dass der Klassenerhalt erst mal oberste Priorität hatte.

 

Womit ist der überraschende Rundenausgang letztlich zu begründen?

Dass der Start in eine Spielrunde immer sehr wichtig ist, merkten die Mädels gleich zu Beginn der Saison. Obwohl man im ersten Saisonspiel mit den Dietz-Schwestern auf zwei ganz wichtige Säulen in Abwehr und Angriff verzichten musste, gewannen die Damen bei der TUS Vollnkirchen, wenn auch ein wenig glücklich, mit 21:20. Diesem Erfolg ließen die Mädels drei weitere deutliche Siege folgen.

Wir waren also hervorragend aus den „Startblöcken“ gekommen und damit in der BOL sehr gut angekommen. Doch diesem perfekten Rundenbeginn folgte der erste Verlustpunkt, der gegen die HSG Mörlen eingefahren wurde. Anschließend ein Sieg bei der HSG Hungen/Lich und dann zwei Niederlagen gegen das damalige Schlusslicht TV Aßlar und die Spitzenmannschaft aus Herborn/Seelbach. Das war so ein kleiner Durchhänger, wobei gerade beim Spiel in Aßlar, welches wir doch sehr deutlich verloren, klar wurde, dass es keine schwachen Mannschaften in dieser Liga gab.

Da aber auch andere Mannschaften nicht verlustpunktfrei durch die ersten Spiele kamen, befanden sich die Damen zusammen mit der HSG Herborn/Seelbach und dem WSV Oppershofen permanent auf einem der ersten 3 Plätze in der Bezirksoberliga.

Die Rückrunde entwickelte sich dann immer mehr zu einem Zweikampf mit den Nachbarn aus Oppershofen. Beide Mannschaften verloren im Jahr 2013 (bis zum letzten Spieltag) nur ein Spiel, während die Damen aus Herborn/Seelbach in der Rückrunde 4x die Halle als Verlierer verlassen mussten.

Gerade das zweite Rückrundenspiel in Gettenau zeigte uns dann, wo unsere Stärke liegt. Als so wichtige Spielerinnen wie Mona Krausgrill und Gianna Görlach nicht eingesetzt werden konnten, lieferten Len Schneider und Lena Wawrzinek ein hervorragendes Spiel und konnten so entstandene Lücken nahtlos schließen. Ein enges Match konnte letztlich noch deutlich mit 6 Toren Vorsprung gewonnen werden.

Solche Spiele stärken nicht nur das Selbstbewusstsein einzelner Spielerinnen, sondern natürlich auch das der ganzen Mannschaft. So konnte auch die verdiente Niederlage gegen die HSG Hungen/Lich keinen Bruch verursachen. Die nächsten Spiele wurden wieder deutlich gewonnen und als die Mannschaft dann wusste, dass sie schon am vorletzten Spieltag die Meisterschaft bei der HSG K/P/G/Butzbach einfahren konnte, war natürlich in diesem Spiel einiges an Nervosität zu spüren…aber die Mädels gewannen und waren Meister!

 

War der Aufstieg gewollt oder geplant?

Wir wollten den Aufstieg nicht mit aller Macht. Natürlich ist es schön, eine erfolgreiche Saison mit Meisterschaft und Aufstieg zu krönen und unsere Damen konnten sich schon früh mit dem Gedanken an die nächst höhere Spielklasse anfreunden. Weitere Fahrten sind sicherlich ein Thema, aber Spiele gegen SG Kleenheim II, TV Hüttenberg II und den TV Mainzlar sind zwar kein Wetterauderby, aber sicherlich auch sehr interessante Vergleiche. 

Selbst die meisten anderen Entfernungen sind doch noch ganz annehmbar. In der Bezirksliga B fuhr unsere 2. Damenmannschaft bis nach Stadtallendorf, in der Bezirksliga A geht’s z.B. nach Neustadt oder Kirchhain und in der BOL hatten wir Fahrten nach Herborn und Waldernbach. Nun in der Landesliga Mitte heißen die Gegner u.a. TSG Leihgestern, HSG Anspach/Usingen, TSV Nordeck-Winnen/Allendorf/Londorf, HSG Wettenberg, SG Nied und TV Idstein. Ich denke, das ist von der Entfernung alles noch überschaubar.

Ob die Mannschaft in dieser Klasse bestehen kann, wird sich zeigen. Da gehen wir ganz ohne Druck ran und lassen es auf uns zukommen. Die Mädels haben es sich auf alle Fälle verdient.

 

Zu welchem Zeitpunkt hat man realisiert, dass der Durchmarsch machbar ist?

Eigentlich nach der Vorrunde. Da waren wir unter den ersten dreien und konnten feststellen, dass keine Mannschaft ohne Niederlagen durchgekommen war. Wir haben das im Verein / Vorstand natürlich auch besprochen. Aber letztlich waren wir ganz unaufgeregt und haben nur gemeinsam festgestellt, dass wir im Verein alle Aufstiege, die möglich wären, auch annehmen würden. 

 

Wie wird es in der Landesliga weitergehen? Sind Änderungen im Kader zu erwarten und welche Rolle spielt dabei die A-Jugend?

Wie schon in den letzten Jahren, wollen wir natürlich weiterhin unsere eigenen Nachwuchsspielerinnen gerne in den Kader einbauen. Das ist uns in diesem Jahr mit Jessica Strasheim schon ganz gut gelungen und auch Laura Brück, die gerade die A-Jugend beendet hat, konnte im letzten Saisonspiel schon einige Einsatzzeit für sich verbuchen. Da die 2. Damenmannschaft in die Bezirksliga A aufgestiegen ist, dürfen wir diese nicht vernachlässigen. Die Mannschaft hat ein sehr junges Durchschnittsalter und bietet schon einiges an Perspektive.

Änderungen im Kader wird es, wie nach jeder Saison, sicherlich geben. Doch da sind wir noch nicht so weit. Die Vorbereitung wird zeigen, welche Mädels sich für die Damen 1 anbieten und durch das „U-21-Mehrfachspielrecht“ haben wir ja auch einige Möglichkeiten.

 

In Griedel hat, zumindest für Außenstehende, in der Vergangenheit der Schwerpunkt im Männerhandball gelegen. Wie wird dies zukünftig aussehen?

Damenhandball hat sich in Griedel jetzt in den letzten Jahren etabliert.  Wir haben schon vor 7 Jahren einen wichtigen Schritt gemacht, als der Verein die Frauenwartin eingeführt hat. Diese Aufgabe hat meine Frau Birgit 6 Jahre wahrgenommen und, so denke ich, einiges in dieser Zeit erreicht. Das geht nur gemeinsam, d.h. mit dem gesamten Vorstand, aber durch die Installation eines  Frauenwarts wird sicherlich gezielt auf die Interessen der Damen hingewiesen.

Männerhandball wird schon viel länger beim TSV gespielt und ist u.a. deshalb natürlich mehr im Blickfeld. Auch haben die Damen in der Vergangenheit unterklassiger gespielt, da wird man „von außen“ vielleicht nicht so wahrgenommen. Der „Durchmarsch“ von der Bezirksliga A in die Landesliga erregt aber sicherlich bei uns in der Gegend in Handballkreisen schon ein wenig Aufmerksamkeit. Im TSV Griedel ist man sich dessen schon bewusst.

Grundsätzlich müssen wir jedoch immer für den ganzen Verein und nicht in den Sparten „Männer“ oder „Frauen“ denken.

 

Ein Einblick in die Meistermannschaft.

Die Mannschaft besteht im Grundgerüst aus Spielerinnen, die vor 5-6 Jahren aus der Jugend des TSV Griedel gekommen sind. Hinzu kommen Spielerinnen, die teilweise schon mehrere Jahre in Griedel spielen und sich bestens integriert haben. Grundsätzlich ist die Truppe sehr ausgeglichen besetzt. Die meisten Spielerinnen nehmen natürlich im Laufe der Saison verschiedene Positionen ein, doch beschränke ich mich in dieser Aufstellung nur auf jeweils eine Position:

Im Tor steht bei uns schon seit nunmehr 4 Jahren meine Vorstandskollegin Jasmin Scheffer. Sie ist ein Fels in der Brandung, will heißen, auf sie ist immer Verlass und das nicht nur auf dem Spielfeld. Unterstützung erhält sie im Tor von Diana Zehhuroglu, die kurzzeitig ihre Laufbahn beendet hatte, zur Rückrunde aber wieder ins Spielgeschehen eingegriffen hat.

Auf der linken Außenposition verfügen wir mit Lena Wawrzinek und Jessica Strasheim über zwei sehr schnelle Spielerinnen. Lena hat sich toll entwickelt und ist diese Saison noch abschlussstärker geworden. Jessica durfte aufgrund ihrer erst 19 Jahre noch überwiegend in der 2. Mannschaft auf Torjagd gehen, wo sie auch oft im Rückraum zum Einsatz kam. Wir nahmen aber das „Zweitspielrecht“ so oft es ging in Anspruch. In den ersten Saisonspielen wirkte auch noch Annabell Hofmann auf dieser Position mit, doch zog sie sich aus Studiengründen im Laufe der Vorrunde zurück.

Im linken Rückraum spielt mit Madeléne Dietz eine Spielerin, die sich in dieser Saison von der absoluten Goalgetterin zu einer sehr aufopferungsvoll kämpfenden Teamplayerin entwickelt hat. Madeléne geht definitiv auch dahin, wo‘ s weh tut. Ihr zur Seite steht Verena Bauerbach, die es vor der Saison, nach einem Jahr Pause, von Kirchhain nach Griedel gezogen hat. Sie stärkte die Abwehr und konnte in einigen Spielen ihre Torgefährlichkeit unter Beweis stellen. Allerdings wurde sie während der Saison leider immer wieder von einigen größeren oder kleineren Blessuren geplagt, so dass sie ihr volles Leistungsvermögen noch gar nicht abrufen konnte.

Die Mittelposition besetzen der „Kopf“ der Mannschaft Mona Krausgrill, deren unbedingter Siegeswillen förmlich von der Tribüne aus zu spüren ist und Jessica „Jey Oh“ Ohrisch, die trotz eines USA-Studienaufenthaltes in der Vorbereitung rasch wieder in die Mannschaft gefunden hat.

Auf der rechten Rückraumposition haben wir mit Elena „Len“ Schneider und Nina Luh zwei sehr unterschiedliche Spielertypen. Zum einen Len, mit einem kräftigen Schlagwurf ausgestattet und in der Abwehr stets kompromisslos, zum anderen Nina, die „Wuslerin“, die manche Gegnerin gerne schwindlig spielen möchte, gerne offensive Deckung spielt und für ihr Leben gerne Tempogegenstöße läuft.

Die rechte Außenposition war am Anfang der Saison mit Steffie Dobitz und Gianna Görlach noch doppelt besetzt, doch mussten wir uns leider kurz vor Ende der Vorrunde von Steffie verabschieden, da es die torgefährliche Linkshänderin beruflich in die Schweiz verschlug. Gianna war wie immer eine äußerst engagierte Abwehrspielerin, die einen sehr soliden Part auf der rechten Seite spielte. Nach dem Weggang von Steffie wurde sie sowohl von unseren Halbrechten, als auch von Sabrina Fuchs auf der Außenposition unterstützt. Sabrina kam erst im Laufe der Saison aus beruflichen Gründen nach Butzbach und schloss sich dann dem TSV an.

Am Kreis spielen bei uns Katarina Dietz, die auch unsere unermüdliche Abwehrorganisatorin ist und unser letztjähriger zweiter Neuzugang Luisa „Lulu“ Pausch. Sie hat sicherlich im Laufe der Runde einen riesigen Entwicklungssprung gemacht und sich sowohl in der Abwehr, als auch im Angriff sehr gut ins Spiel eingebracht. Dadurch konnte sie auch ihre Spielanteile im Laufe der Runde enorm steigern. In der Vorrunde kam am Kreis und auf der Mittelposition auch noch Julia Hachenburger zum Einsatz, die allerdings nach einigen Spielen die 2. Damenmannschaft verstärkte und maßgeblich zu deren gutem Abschneiden und Aufstieg in die Bezirksliga A beitrug.

Die Mädels wurden in der letzten Runde von Trainer Burkhard Dilges, Betreuerin Finja Christiansen, dem im Laufe der Saison hinzugestoßenen Torwarttrainer Tobias Kresse und von mir in Training und Spiel unterstützt.

 

Ein abschließender Kommentar vom Frauenwart zur abgelaufenen Runde und dem was durch den Aufstieg auf uns zukommen wird.

Im Prinzip gibt es zur abgelaufenen Runde nicht mehr viel zu sagen. Es war ganz einfach eine ganz tolle Saison, die einer nicht minder guten Saison gefolgt ist. Wie eingangs erwähnt, hätten wir dies weder erhofft noch gar erwartet, aber wir genießen es deshalb umso mehr.

Jetzt müssen wir erst einmal zu hohe Erwartungen für die neue Saison abbremsen und uns akribisch auf diese vorbereiten. Mit Niederlagen haben unsere Mädels in den letzten Jahren wenige Erfahrungen machen müssen, da wir ja in zwei Jahren nur 4x als Verliererinnen vom Platz gehen mussten. Auch damit werden wir umgehen müssen. Grundsätzlich denke ich aber sehr positiv, da wir wirklich ein tolles Team zusammen haben.